Sonntag, 19. Dezember 2010

Lyrikübung 6

Anapästische Hexameter

Kleine Schritte damit man ja nicht auf den Grund herab fällt.
Wenn man fällt,weiss man gut,dass uns niemand wird retten,uns hält.
Wenig Leute geniessen das Risiko, stehen darauf.
Dieses Adrenalin drückt ihr Glücksgefühl sehr hoch hinauf.
Dank dem Nachahmungstrieb gibt es jedoch stets mehr, immer mehr.
Plötzlich irgendwann werden sie formen ein riesiges Heer.


Daktylische Pentameter

Wirklich sehr gerne würd ich alles wissen was ich will.
Nichts darf wegbleiben, vermissen will ich gar nichts davon.
Ich trinke Wissen wie Wasser, füll meinen Kopf damit.
Wasser ist viel nasser, Wissen kann trocken sein manchmal.
Schwer ist der Kopf, fängt zu sinken an, anfangs sehr langsam.
Ich werd im Meer alles Wissens ertrinken für ewig.




Ich habe versucht Reime einzunringen, was alles sehr stark einschränkte.
Beim anapästischen Hexameter reimt sich jeweils das letzte Wort auf der Zeile. 
Beim daktylischen Pentameter reimt sich jeweils ein Wort mitten in der Zeile mit einem anderen Wort, ebenfalls mittendrin, in der nächsten Zeile (grün angezeichnet).
(Die Absätze beim anapästischen Hexameter sind nicht absichtlich, aber ich bringe sie nicht weg...)

Ich weiss nicht ob ich die Aufgabe richtig gelöst habe.  Ich fand sie sehr schwierig...

1 Kommentar:

  1. Zunächst einmal möchte ich positiv anmerken, dass du dich an der Höchstschwierigkeit versucht hast und nicht den einfachen Ausweg (keine Note/Joker) gewählt hast.

    Zun den Anapästen:
    Deine Reime funktionieren und ich kann das Gedicht anapästisch lesen. Allerdings sind die Betonungen nicht immer die natürlichsten, wie du wahrscheinlich selbst bemerkt hast. Hier würde ich z.B. so betonen:

    "Kleine Schritte damit man ja nicht auf den Grund herab fällt"
    /-/--/-/---/-//

    Die erste Silbe von 'kleine' kann ich noch ganz gut verschlucken, das 'ja' liegt mir aber schwerer auf der Zunge.


    Bei den Daktylen will ich dich zuerst einmal loben, dass du schöne Spondeen (sic!) fürs Zeilenende gefunden hast. Die Betonungen funktionieren besser als bei den Anapästen. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob deine Reimart wirklich noch hörbar ist. Die Reimworte 'wissen' und 'Wasser' hast du wieder aufgenommen. Das gefällt, man könnte es vielleicht noch ausbauen...

    (Die Absätze sind einfach Zeilenumbrüche - sowas passiert nicht nur hier in den Blogs. Nein, auch die besten Poesiebücher müssen das manchmal machen...)

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