Sonntag, 27. März 2011

Vertiefung 1

Toby und Roby

Toby und Roby sind zwei kaugummikauende Diener von Claire Zachanassian.

Ihr Auftreten wirkt beängstigend auf ihre Mitmenschen. Sie sind sehen aus wie Monster, gross, kräftig und ihr Verhalten ist rüpelhaft und abweisend. Sie sind Schwerverbrecher und entsprechen genau dem Bild eines solchen. Ihr Erscheinungsbild ist so, wie man sich einen typischen Mörder vorstellt.

Dies zeigt, wie sehr wir Menschen von Aussehen beeinflusst werden. Hätte Dürrenmatt die beiden als kleine, dünne und feingliedrige Männer beschrieben, würde es uns wahrscheinlich schwerer fallen, uns einen gefährlichen Mörder ohne schlechtes Gewissen vorzustellen. Das Aussehen spielte in der Geschichte der Menschheit schon immer eine äusserst wichtige Rolle. Betrachten wir eine Menschen ohne ihn zu kennen, geschweige denn je mit ihm gesprochen zun haben, können wir uns ein Bild seines Charakters formen, auch wenn dieses Bild keinesfalls der Wahrheit entsprechen muss. Das Aussehen eines Menschen spielt im Alltag eine grosse Rolle. Es beeinträchtigt unsere Einstellung zu einem anderen Menschen gegenüber.


„Frei sein, heißt wählen können, wessen Sklave man sein will.“
Jeanne Moreau


Toby und Roby wurden von Claire Zachanassian gegen einen beträchtlichen Geldbetrag aus dem Gefängnis "freigekauft" und konnten somit der Todestrafe entfliehen. Als Gegenleistung sozusagen, übergaben Toby und Roby ihr Leben Claire Zachanassian anstatt dem Tod. Die beiden wurde von ihr gekauft und umbenannt, ihr einziger Lebensinhalt besteht darin Claire zu dienen, sie haben kein eigenständiges Leben. Ohne jegliche soziale Kontakte und abgeschottet von der Welt, leben sie nach dem Gefängnis erneut in einer Gefangenschaft, bis sich der Tod ihr Leben nehmen wird. Toby und Roby können sich nicht aus dieser Gefangenschaft befreien und müssen sich mit diesem Schicksal abfinden. Ist der Mensch ein Gefangerer im Gefängniss des Lebens, ein Sklave und der Tod, die grosse Befreiung? Vielleicht gilt es die Gefangeschaft so gut wie möglich zu bewältigen um als Belohnung die Freiheit zu bekommen.


Toby und Roby müssen für Claire Zachanassian verschiedenste Sachen erledigen. Sie tragen ihre Sänfte spielen Musik für sie oder mussten Koby und Loby kastrieren und blind machen. Das hat mich sehr beschäftigt, die Frage, wie ein Mensch fähig ist einen anderen Menschen derart zu verletzten oder gar zu töten. Bei Toby und Roby könnte man sagen, sie hätten keine andere Wahl gehabt, entweder sie folgen Claire Zachanassian oder wandern zurück in das Gefängniss, wo sie der sichere Tod erwartet. Indem Claire Zachanassian Toby und Roby die Befehle gibt andere Menschen zu verletzten (vielleicht auch zu töten) ist auch sie zu dem fähig, was Toby und Roby machen, auch wenn sie es nur indirekt tut.
Jeder Mensch ist fähig einen anderen Menschen bewusst zu töten oder schwer zu verletzten.
Auch wenn es sich wohl die wenigsten vorstellen können, aber wenn die Umstände stimmen kann der Mensch alles tun um zu überleben. Ich will dies mit einem Beispiel zeigen:
1972 stürzte ein Passagierflugzeug in den Anden fernab von jeglicher menschlicher Behausung ab. Nach siebzig Tagen Suche konnten noch sechzehn Überlebende gefunden werden, die anderen neunundzwanzig starben beim Sturz oder erlagen später an den Verletzungen. Es stellte sich heraus, dass die Restlichen nur dadurch überlebt hatten, indem sie das Fleisch der schon toten Mitmenschen assen, da sie sonst höchstwahrscheinlich verhungert wären.
Dies ist jetzt ein sehr extremes Beispiel, aber es zeigt gut, dass der Mensch zu allem fähig ist und bereit ist dafür zu kämpfen, wenn es etwas gibt wozu es sich zu kämpfen lohnt, in dem Fall und im Falle von Toby und Roby wäre das ihr eigenes Leben. Natürlich ist der Grund sehr individuell und muss nicht unbedingt für den anderen verständlich sein. Deswegen muss man Tobys und Robys Grund für ihre Taten nicht unbedingt verstehen, aber man kann es versuchen. Auch bei den Dorfbewohnern wird man sich fragen ob sie Ills Tod in Kauf nehmen werden oder nicht und ob Geld ihnen wichtiger sein wird als Ills Leben.


Toby und Roby fand ich Anfangs keine sehr spannenden Figuren, erst als ich mich näher mit ihnen befasste erkannte ich, wie viel hinter einer so kleinen Nebenrolle liegen kann. Sie sind verglichen mit den anderen Personen im Buch diejenigen, welche am meisten und am direktesten mit Gewalt zu tun haben.



Quellen: http://www.t-board.ch/vbb/showthread.php?t=5572

Sonntag, 13. März 2011

Pele, Zico, Eusebio und Co.



Personen

Die Beobachterin:
Katja Walder, 28 Jahre jung, leicht geschminkt, braunes, glattes und langes Haar, schlank 

Die Beobachteten:
Altes Ehepaar: - Frau, 68 Jahre alt, ungeschminkt, graues, glattes und 
                          kurzes Haar, schlank
                         - Mann, 67 Jahre alt, Brillenträger, graue Halbglatze, grauer 
                           Bart, schlank

Der Bekannte:
junger Mann, bekannt mit Katja Walder


Ort: Schweiz, im Zug 
Zeit: 14.10.2010, Nachmittag



Das Alte Ehepaar sitzt in einem Viererabteil, auf der Fensterseite, die Frau hält ein rotes Buch und einen Kugelschreiber in den Händen, ihr Mann sitzt ihr gegenüber.
Katja Walder sitzt im Viererabteil gegenüber, auf der Fensterseite, sie liest Zeitung.

Frau: Ok, Frag einedriissig. Die chasch.
Katja Walder spitzt die Ohren ohne von der Zeitung abzuschauen.
Der Mann nimmt seine Brille ab.

Frau: Also: „Wie oft gewann Michael Ballack bisher die Abstimmung zum deutschen Fussballer des Jahres?“

 Mann kratzt sich am Bart und putzt umständlich die Brille. 
Katja Walder weiss die Anwort nicht.


Mann: Drüümal. Ja, drüümal.

Frau nickt und notiert etwas ins rote Buch aus dem sie die Fragen stellt.
Der Mann zieht seine Brille wieder an und blickt seine Frau gespannt an.

Frau: Saubi. Richtig. Nöchsti Fraag.
Der Zug hält an. Ein junger Mann steigt in den Zug und setzt sich neben Katja Walder. Sie sind Bekannte, Small Talk. Katja Walder schliesst die Zeitung.
Der Zug fährt weiter. 
Nächste Station steigt der Bekannte aus, kühler Abschied.
Katja Walder horcht wieder. Ihre Zeitung bleibt geschlossen.

Frau: Etzt chunnt Fraag füüfefüzig: „Wie lauten die Ruf- und Künstlernamen der folgenden Herren: Artur Antunes Coimbra und Luis Nazario de Lima?“ (mit scharkem Schweizerakzent) 


Katja Walder hat eine Lösung, ist sich aber nicht sicher.
Der Mann erhebt sich leicht vom Sitzt.

Mann: Pele! De zweit isch de Pele!

Frau: Nöd driischüüsse, ganz ruhig. Nomal überlegge. 


Die Frau legt ihrem Mann die Hand mit dem Kugelschreiber auf die Schulter.


Frau:„Wie lauten die Ruf- und Künstlernamen der folgenden Herren: Artur Antunes Coimbra und Luis Nazario de Lima?“


Der Mann klopft sich leicht auf die Oberschenkel.

Mann: Hmmm... Eusebio! Eine vo beidne isch de Eusebio!

Frau: Na nei, falsch, äs wäret de Zico und de Ronaldo gsii.


Der Mann lässt sich davon nicht entmutigen.
Die Frau notiert etwas ins rote Buch.

Mann: Frögsch nomal eini?

Die Frau wirkt schon erschöpft. Sie rollt ihre Augen.

Frau: Ok, no eini, defüür chochsch DU hütt Znacht, gäll?


Mann: Isch guet machi, also die nöchst.


Der Zug hält an, Katja Walder steigt aus dem Zug und wirft dem alten Ehepaar ein kleines Lächeln zu. Die Zeitung bleibt liegen.

Katja Walder (im Gedanken):  Ä komischi Liideschaft, aber besser als die Paar wo gar nüd me z' redä händ, oder?















Sonntag, 6. März 2011

Das Theater und ich

Ich habe schon einige Theater besucht und allesamt haben sie mich fasziniert.
Es waren zwar nicht sonderlich viele, aber sehr verschiedene Theater die ich besucht habe.
Eines das von Jugendlichen gespielt wurde und eines von Hirnverletzten wo auch viel getanzt wurde. Ein Theater über das Stadtleben und ein anderes gespielt von Erwachsenen über Jungedliche und ihre Probleme mit der Sexualität. In einem Zirkuszelt war das letzte Theater welches ich gesehen habe, genannt "Der Drache". Es waren alles kleine Theater, in kleinen Räumen und mit wenig Publikum. Vielleicht werde ich irgendwann ein grösseres und berühmteres Theater besuchen. Natürlich habe ich auch einige Schulaufführungen gesehen.
Ich selbst habe lediglich in einer Schulaufführung mitgespielt, und bloss eine Neberolle.
Was mich besonders am Theater fasziniert ist der Mut, der ein Schauspieler oder eine Schauspielerin auf der Bühne haben muss um so viel Emozionen herauzubringen, dass er oder sie die Zuschauer zum weinen oder zum lachen bringt. Das ist etwas, was ich auch bei anderen Leuten im Alltag sehr schätze.
Die Geschichte welche aufgeführt wird finde ich ebefalls wichtig, doch meiner Meinung nach lässt erst der Schauspieler das Stück lebendig werden.
Deswegen bin ich auch etwas skeptisch gegenüber Dramentexten. "Nathan, der Weise" fand ich äusserst mühsam zum lesen, die Dramaform raubte mir die ganze Spannung der Geschichte. Von diesem Semester im Deutschunterricht erhoffe ich mir eine Begeisterung, die mich dazu bringen wird, auch ausserhalb des Deutschunterrichtes, also freiwillig, ein Drama zur Hand zu nehmen und es genussvoll zu lesen. Ich denke dies wird auch nicht sonderlich schwierig zu erreichen sein, da man sich lediglich an die Form gewöhnen und sie verstehen muss. Inhaltlich wird es wohl kein Problem sein, so werde ich vermutlich eine grössere Palette an verschiedenen Themen finden. 
Was mir aber mehr zu schaffen macht und wahrscheinlich auch machen wird, ist das Schauspielern. Wie schon erwähnt besitzte ich keinerlei Erfahrung im Schauspielern, vorallem wenn ich mich mit einigen meiner Klassenkameradinnen vergleiche. 
Ich bin, vorallem wenn ich ohne jemanden den ich kenne unterwegs bin, furchtbar schüchtern zu fremden Leuten (obwohl sich dies schon etwas gebessert hat). Es bereitet mir Schwierigkeiten vor anderen Menschen viel Emozionen zu zeigen, weswegen ich das auch bei anderen Leuten so bewundere.
Dennoch schaue ich gespannt auf das Schauspielern, denn man soll sich ja seinen Ängsten stellen und über sich hinauswachsen.

Ebenfalls interessant finde ich, wenn man in eine andere Rolle schlüpft. Das Theater ist für mich wie ein Rollenwechsel, in jedem neuem Stück gibt man dem Schauspieler eine neue Identität. Diese Identiät enspricht, das denke ich, einer Art Tarnung. Man spielt das Innerste einer anderen Person, doch das eigene bleibt stets verborgen. Wie ein Schauspieler dies meistert finde ich sehr spannend.

So blicke ich positiv in das nächste Semester im Deutsch und erhoffe mir eine lehrreiche und spannende Zeit mit dem Thema Theater.