Montag, 29. März 2010

Creative Writing: Geschichte ohne Quellenangabe

Gedanken

Es ist der Augenblick bevor ich mich ihr zeige. Ich weiss, dass sie sterben wird, und sobald sie mich sieht, weiss sie es ebenfalls.
Sie betrachtet das Sprungbrett und streckt sich . Sie stösst ihre Füsse vom Brett. Ich will, dass sie mich sieht, während sie in der Luft schwebt. Noch bevor sie das Wasser berührt.
In diesem Sekundenbruchteil treffen sich unsere Blicke. Ich sehe den Ausdruck auf ihrem Gesicht, ehe sie in das Wasser eintaucht.
Noch bevor sie wieder an die Oberfläche gelangt , habe ich sie erreicht. Ich presse sie an meine Brust und muss lachen, als sie um sich schlägt und mit den Beinen strampelt. Wie dämlich sie sich anstellt. Diese dummen Mädchen. Ein Gesicht blöder als das andere. Mädchen, sie sehen alle gleich aus.
Nach Luft ringend, öffnet sie den Mund und schluckt Wasser. Dann letztendlich, kommen die letzten Schwachen Zuckungen und ihr Körper beginnt zu erschlaffen.

Ich gehe aus dem Schwimmbad, an der Bücherei vorbei und beschleunige meine Schritte. Schliesslich lehne ich mich an die Kirchenmauer, stossweise atmend, und dem Knirschen der eigenen Zähne lauschend.
Mit dem Zähneknirschen hatte ich bereits vor der Adoleszenz angefangen. Eine hatte mir erzählt, dass man dies Bruxismus nannte. Immer glaubt sie, sie wär so viel schlauer als ich.
Mein Vater, mein Vater glaubte dies auch. Wir hatten so ein Spiel, Vater sagte mir etwas und ich tat es nicht. Er war Fotograf, kein guter, er hatte so eine Dunkelkammer. Einmal da haben wir wieder dieses Spiel gespielt, er steckte mich in diese Dunkelkammer und schloss die Türe ab. Ich schrie und schrie, ich wollte raus, dann plötzlich wurde alles still um mich, ganz still, ich habe wirklich gedacht ich müsste sterben. Mein Vater hatte mich den ganzen Tag dort drinnen gelassen.
Und in der zweiten Klasse, da war ich neun Jahre alt gewesen und habe bei einer Theateraufführung mitmachen müssen. Ich hatte nur einen Satz, einen kurzen, aufzusagen, nur einen einzigen. Und auf der Bühne vor all diesen Leuten fing ich heftig an zu stottern, sodass alle Kinder, meine Mitschülerinnen, und sogar einige Eltern anfingen höhnisch zu kichern. Das letzte Wort blieb mir im Halse stecken, Tränen kullerten meine Wangen runter und ich war von der Bühne gerannt; von der Bühne an meinen Vater vorbei, der mich aber abfing und mich vor aller Augen georfeigt hatte. Schwächling nannte er mich. Und danach nannte man mich ethisch abgestumpft. Denn nach diesem Geschehnis trockneten meine Augen aus und ich weinte keine einzige Träne mehr. Ich weine innerlich. Ich stelle mir vor, wie in meinem Innern alles von meinen Tränen überflutet wird und sich alles langsam drin auflöst. Keine Lungen, keine Nieren, kein Herz.

Mein Vater liegt schon lange unter der Erde begraben, Diagnose: Lungenkrebs. Mit etwas hatte mein Vater recht, wer etwas anstellt wird bestraft. Ja, alles kommt zurück.
Aber mit dem Bruxismus hatten alle verkehrt gelegen. In einem medizinischen Wörterbuch wird Bruxismus als Zähneknirschen während des Schlafes erklärt, und das tue ich nicht. Nein, bei mir handelt es sich um Bruxomanie und dies bedeutet auch nicht dass ich irgendwie psychisch krank bin oder so. Zwanghaft, neurotisch, aber nicht psychotisch. Psychotisch, so was gibt es doch gar nicht. Diese psychischen Krankheiten sind doch nur erfunden. Jeden Tag fügt man neue psychische Krankheiten in das Lexikon für psychische Krankheiten hinzu. Heutzutage ist alles ein Symptom für eine psychische Störung. Zerfahrenheit, Verschrobenheit, unmotiviertes Lächeln, Landstreicherei, Verwahrlosung, ausgeprägte Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche; schon wenn jemand einen schlechten Tag hat wird er als depressiv angesehen. Wenn etwas schlimmes geschieht schiebt man alles auf unsere „Psychos„ zu, doch man soll nicht die verurteilen, die so was wie Amoklauf oder Vergewaltigungen machen, man soll die verurteilen, die sie zu einem Amokläufer und Vergewaltiger, gemacht haben. Diese Scheinheiligen, das sind grösstenteils die ,welche alle diese Krankheiten in das Lexikon psychischer Störungen eintragen, weil sie nicht einsehen können, dass sie an allem Schuld sind. Die verlorene Jugend stellt für sie somit kein Problem mehr dar, man schliesst sie schnell weg, steckt sie in eine Psychiatrie.
Genau die sind es, die man verurteilen sollte.

Und der Ekel, ja, neulich empfinde ich ihn immer mehr wenn sie mich berührt. Er ist so etwas wie ein süsslicher Abscheu. Wie scheusslich ist es! Er geht von ihr aus und greift auf meine Hände über. Ja, das ist es ganz bestimmt: eine Art Ekel in meinen Händen. Wenn sie mich berührt da ist es mir unerträglich. Wenn sie mich berührt ja, doch lebt sie nicht mehr, kann sie sich nicht mehr bewegen und mich nicht mehr berühren. Unmenschlich, könnte man denken, ein so genanntes Leben auszulöschen nur um den Ekel loszuwerden, doch im Unmenschlichen steckt auch immer menschliches, demnach tue ich ja eigentlich allen einen gefallen; so muss niemand diesen Ekel über sich ergehen lassen und jeder ist frei, kann tun was er will. Befreit vom scheinparanoiden weiblichen Geschlecht, welches mit ihren peinlichen Geschrei nur Panik herbeiruft; immer ohne Grund.
Die Welt wäre ein besserer Ort, dessen bin ich mir bewusst.
Manchmal, lasse ich mich in einen samtenen Sessel fallen, der in der Mitte eines purpurnen Schlosses steht. Das Schloss ist mein Herz. Es liegt weit weg, in einer Wüste, getarnt hinter einer Düne. Dort kann ich mich von der Mühsal des Tages auszuruhen. Dort, in meinem Schloss, fällt alle Nervosität, alle Zweifel und Unsicherheit von mir ab, und mich erfüllt herrliche Ruhe. Doch mein Schloss wird zerstört, denn meine Tränen lösen mein Herz auf; der Ekel wird immer stärker, sodass ich innerlich immer mehr weine und mein Herz und mit ihm mein imaginäres Schloss sich auflöst, für immer. Ja, der Ekel, muss bekämpft werden.

Sie beobachtet den jungen Mann, der in den Bus einsteigt und sich ihr gegenüber setzt, weil die meisten anderen Plätze schon besetzt sind. Der Bus fährt ab. Sie beäugt den jungen Mann, der ein interessantes Gesicht hat, er wirkt leicht angespannt auf sie. Dennoch schaut der junge Mann zu ihr und schenkt ihr ein schüchternes Lächeln.
Das Gewicht der grossen Einkaufstasche drückt auf ihren Beinen; der Bus macht eine scharfe Kurve und ihr rutscht ihr Hausschlüssel auf den Boden, den sie aus der Tasche gepackt hat um ihn dann vor der Haustüre nicht noch herauszusuchen müssen. Der junge Mann bückt sich, greift nach dem Schlüssel und übergibt in ihr. Ihre Hände streifen sich kurz. Sie bedankt sich mit einem Lächeln und steigt bei der nächsten Haltestelle aus dem Bus. Zu Hause angekommen steckt sie den Schlüssel in das Schloss und der schöne junge Mann kommt ihr in den Sinn. Was er wohl gerade macht? Danach denkt sie nicht weiter darüber nach. In nicht allzu langer Zeit wird sie sich wieder an ihn erinnern.

Nein, nein, nicht noch mehr Ekel. Dieser Ekel überall, mein Herz löst sich mehr und mehr auf. Nur helfen wollte ich doch. Ich glaube, nein ich bin mir sicher, sie macht es absichtlich, wie mit einer Krankheit infiziert sie mich mit ihrem Ekel. Getarnt mit einem falschem Danke, hat sie mir böse ins Gesicht gelacht. Das ist alles mit Absicht.

In wenigen Tagen wird ein junger Mann sich am helllichten Tage vor einen herbeifahrenden Zug werfen. Der Zug wird nicht bremsen können. Der junge Mann wird noch vor Ort sterben.


Samstag, 27. März 2010

Das

Der da. Ja, genau der.
Doch wieso eigentlich der? Warum nicht die oder gleich das?
Natürlich, alles muss seine Ordnung habe, nichts darf aus der Reihe tanzen. Schön unterteilt in die und der, aber das, dies gibt es bei uns nicht. Mann-Frau, Mädchen-Jungs. Doch nun frage ich, mich was ist mit dem dazwischen? Was ist mit den Menschen, diese "das"? Eigentlich ganz einfach, weder die noch der. Sie befinden sich im fliessenden Strom zwischen der und die. Doch man sieht sie nicht, ignoriert sie; wir haben Angst vor Anderes. Und jetzt fragt man sich, wieso haben wir Angst... Nun denn, diese Frage müsst ihr euch schon selbst beantworten, ich weiss nicht was in den Köpfen andere Leute so vorgeht. Aber eine Vermutung kann ich anstellen. Wie wär es mit der Erziehung. Wir, jedenfalls die meisten von uns, wurden so erzogen, alles schwarz und weiss, aber die Grauzone wurde bei der Erziehung einfach weggelassen. Natürlich haben die Erziehungsberechtigten nicht alle "Schuld" am Unwissen ihrer Sprösslinge, die welche die Grauzone noch nie betreten haben, geschweige davon gehört. Ihre Eltern haben sie ebenfalls weggelassen, die Grauzone, und deren Eltern auch wieder. Jeder hatte Angst die Grauzone, das, in die Erziehung einzuführen. So kam es, dass man uns, den Kindern, immer verschwiegen hat, das auch noch etwas dazwischen existiert. Und so kommt es, dass wir Angst vor dem das haben. Meine These. Und was ist nun eure?

Wenn ihr noch keine gefunden habt, werde ich also eine zweite These aufstellen. Mit dieser Theorie meiner Seite will ich mehr die Angst vor dem das begründen, nicht das Unwissen. Die Medien. Dort läuft es meist so ab: das - Operation - der - Operation - die, dann kommt ein Interview in irgend einer normalen Zeitung. Ja, ja ich fühle mich wunderbar. Dann kommt in ein, zwei Jahren der nächste Artikel. Operation, wieder der. Die Leute haben diese Geschichte verfolgt, denken sich was für arme Menschen das sein müssen. Und plötzlich fragt uns einer, warum diese nicht das bleiben? Wir denken nein nein alles muss seine Ordnung haben, nichts aus der Reihe tanzen. Es gibt nichts dazwischen.
Nun ja, nicht alle Medien machen uns damit Angst. Da gibt es Filme wie zum Beispiel der Film "XXY"

Ein Film über eine zur sie gemachten Jungendlichen, die sich schlussendlich entscheidet das zu bleiben und somit ihre Hormonbehandlung abstellt und glücklich ist. Solche Filme wollen uns übermitteln, dass nebst dem einen und dem anderen auch etwas dazwischen existiert, das für die betroffene Person gar kein Problem darstellt , sondern nur wir ein Problem damit haben. Nicht alle natürlich. Immer mehr versuchen wir Andersartigkeit zu akzeptieren. Ist halt nicht immer einfach, aber wir müssen diesen Schritt wagen, sonst werden wir nie genug offen sein für neues. Wir würden uns mental nicht weiterentwickeln. Also geben wir uns einen Ruck und akzeptieren. Akzeptieren um deren Menschen willen, um unserer Willen. Denn, was ist schon normal?

Donnerstag, 25. März 2010

Creative Writing: Geschichte mit Quellenangaben

Gedanken

Es ist der Augenblick bevor ich mich ihr zeige. Ich weiss, dass sie sterben wird, und sobald sie mich sieht, weiss sie es ebenfalls.
Sie betrachtet das Sprungbrett und streckt sich . Sie stösst ihre Füsse vom Brett. Ich will, dass sie mich sieht, während sie in der Luft schwebt. Noch bevor sie das Wasser berührt.
In diesem Sekundenbruchteil treffen sich unsere Blicke. Ich sehe den Ausdruck auf ihrem Gesicht, ehe sie in das Wasser eintaucht.
Noch bevor sie wieder an die Oberfläche gelangt , habe ich sie erreicht. Ich presse sie an meine Brust und muss lachen, als sie um sich schlägt und mit den Beinen strampelt. Wie dämlich sie sich anstellt. Diese dummen Mädchen. Ein Gesicht blöder als das andere. Mädchen, sie sehen alle gleich aus.
Nach Luft ringend, öffnet sie den Mund und schluckt Wasser. Dann letztendlich, kommen die letzten Schwachen Zuckungen und ihr Körper beginnt zu erschlaffen.

Ich gehe aus dem Schwimmbad, an der Bücherei vorbei und beschleunige meine Schritte. Schliesslich lehne ich mich an die Kirchenmauer, stossweise atmend, und dem Knirschen der eigenen Zähne lauschend.
Mit dem Zähneknirschen hatte ich bereits vor der Adoleszenz angefangen. Eine hatte mir erzählt, dass man dies Bruxismus nannte. Immer glaubt sie, sie wär so viel schlauer als ich.
Mein Vater, mein Vater glaubte dies auch. Wir hatten so ein Spiel, Vater sagte mir etwas und ich tat es nicht. Er war Fotograf, kein guter, er hatte so eine Dunkelkammer. Einmal da haben wir wieder dieses Spiel gespielt, er steckte mich in diese Dunkelkammer und schloss die Türe ab. Ich schrie und schrie, ich wollte raus, dann plötzlich wurde alles still um mich, ganz still, ich habe wirklich gedacht ich müsste sterben. Mein Vater hatte mich den ganzen Tag dort drinnen gelassen.
Und in der zweiten Klasse, da war ich neun Jahre alt gewesen und habe bei einer Theateraufführung mitmachen müssen. Ich hatte nur einen Satz, einen kurzen, aufzusagen, nur einen einzigen. Und auf der Bühne vor all diesen Leuten fing ich heftig an zu stottern, sodass alle Kinder, meine Mitschülerinnen, und sogar einige Eltern anfingen höhnisch zu kichern. Das letzte Wort blieb mir im Halse stecken, Tränen kullerten meine Wangen runter und ich war von der Bühne gerannt; von der Bühne an meinen Vater vorbei, der mich aber abfing und mich vor aller Augen georfeigt hatte. Schwächling nannte er mich. Und danach nannte man mich ethisch abgestumpft. Denn nach diesem Geschehnis trockneten meine Augen aus und ich weinte keine einzige Träne mehr. Ich weine innerlich. Ich stelle mir vor, wie in meinem Innern alles von meinen Tränen überflutet wird und sich alles langsam drin auflöst. Keine Lungen, keine Nieren, kein Herz.

Mein Vater liegt schon lange unter der Erde begraben, Diagnose: Lungenkrebs. Mit etwas hatte mein Vater recht, wer etwas anstellt wird bestraft. Ja, alles kommt zurück.
Aber mit dem Bruxismus hatten alle verkehrt gelegen. In einem medizinischen Wörterbuch wird Bruxismus als Zähneknirschen während des Schlafes erklärt, und das tue ich nicht. Nein, bei mir handelt es sich um Bruxomanie und dies bedeutet auch nicht dass ich irgendwie psychisch krank bin oder so. Zwanghaft, neurotisch, aber nicht psychotisch. Psychotisch, so was gibt es doch gar nicht. Diese psychischen Krankheiten sind doch nur erfunden. Jeden Tag fügt man neue psychische Krankheiten in das Lexikon für psychische Krankheiten hinzu. Heutzutage ist alles ein Symptom für eine psychische Störung. Zerfahrenheit, Verschrobenheit, unmotiviertes Lächeln, Landstreicherei, Verwahrlosung, ausgeprägte Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche; schon wenn jemand einen schlechten Tag hat wird er als depressiv angesehen. Wenn etwas schlimmes geschieht schiebt man alles auf unsere „Psychos„ zu, doch man soll nicht die verurteilen, die so was wie Amoklauf oder Vergewaltigungen machen, man soll die verurteilen, die sie zu einem Amokläufer und Vergewaltiger, gemacht haben. Diese Scheinheiligen, das sind grösstenteils die ,welche alle diese Krankheiten in das Lexikon psychischer Störungen eintragen, weil sie nicht einsehen können, dass sie an allem Schuld sind. Die verlorene Jugend stellt für sie somit kein Problem mehr dar, man schliesst sie schnell weg, steckt sie in eine Psychiatrie.
Genau die sind es, die man verurteilen sollte.

Und der Ekel, ja, neulich empfinde ich ihn immer mehr wenn sie mich berührt. Er ist so etwas wie ein süsslicher Abscheu. Wie scheusslich ist es! Er geht von ihr aus und greift auf meine Hände über. Ja, das ist es ganz bestimmt: eine Art Ekel in meinen Händen. Wenn sie mich berührt da ist es mir unerträglich. Wenn sie mich berührt ja, doch lebt sie nicht mehr, kann sie sich nicht mehr bewegen und mich nicht mehr berühren. Unmenschlich, könnte man denken, ein so genanntes Leben auszulöschen nur um den Ekel loszuwerden, doch im Unmenschlichen steckt auch immer menschliches, demnach tue ich ja eigentlich allen einen gefallen; so muss niemand diesen Ekel über sich ergehen lassen und jeder ist frei, kann tun was er will. Befreit vom scheinparanoiden weiblichen Geschlecht, welches mit ihren peinlichen Geschrei nur Panik herbeiruft; immer ohne Grund.
Die Welt wäre ein besserer Ort, dessen bin ich mir bewusst.
Manchmal, lasse ich mich in einen samtenen Sessel fallen, der in der Mitte eines purpurnen Schlosses steht. Das Schloss ist mein Herz. Es liegt weit weg, in einer Wüste, getarnt hinter einer Düne. Dort kann ich mich von der Mühsal des Tages auszuruhen. Dort, in meinem Schloss, fällt alle Nervosität, alle Zweifel und Unsicherheit von mir ab, und mich erfüllt herrliche Ruhe. Doch mein Schloss wird zerstört, denn meine Tränen lösen mein Herz auf; der Ekel wird immer stärker, sodass ich innerlich immer mehr weine und mein Herz und mit ihm mein imaginäres Schloss sich auflöst, für immer. Ja, der Ekel, muss bekämpft werden.

Sie beobachtet den jungen Mann, der in den Bus einsteigt und sich ihr gegenüber setzt, weil die meisten anderen Plätze schon besetzt sind. Der Bus fährt ab. Sie beäugt den jungen Mann, der ein interessantes Gesicht hat, er wirkt leicht angespannt auf sie. Dennoch schaut der junge Mann zu ihr und schenkt ihr ein schüchternes Lächeln.
Das Gewicht der grossen Einkaufstasche drückt auf ihren Beinen; der Bus macht eine scharfe Kurve und ihr rutscht ihr Hausschlüssel auf den Boden, den sie aus der Tasche gepackt hat um ihn dann vor der Haustüre nicht noch herauszusuchen müssen. Der junge Mann bückt sich, greift nach dem Schlüssel und übergibt in ihr. Ihre Hände streifen sich kurz. Sie bedankt sich mit einem Lächeln und steigt bei der nächsten Haltestelle aus dem Bus. Zu Hause angekommen steckt sie den Schlüssel in das Schloss und der schöne junge Mann kommt ihr in den Sinn. Was er wohl gerade macht? Danach denkt sie nicht weiter darüber nach. In nicht allzu langer Zeit wird sie sich wieder an ihn erinnern.

Nein, nein, nicht noch mehr Ekel. Dieser Ekel überall, mein Herz löst sich mehr und mehr auf. Nur helfen wollte ich doch. Ich glaube, nein ich bin mir sicher, sie macht es absichtlich, wie mit einer Krankheit infiziert sie mich mit ihrem Ekel. Getarnt mit einem falschem Danke, hat sie mir böse ins Gesicht gelacht. Das ist alles mit Absicht.

In wenigen Tagen wird ein junger Mann sich am helllichten Tage vor einen herbeifahrenden Zug werfen. Der Zug wird nicht bremsen können. Der junge Mann wird noch vor Ort sterben.


Creative Writing: Quellen

Die Quellen werden mit dementsprechenden mit Farben im Text angestrichen
Die Texte wurden bis auf wenige Ausnahmen abgeändert.



- Mary Higgins Clark, Mein ist die Stunde der Nacht, 2004, Heyne, S. 10, 25
- Majorie Dorner, Schnappschuss, 1993, Kabel, S.7, 10, 11
- Moritz Bleibtreu als Tarek Fahd in ,,Das Experiment“ von Oliver Hirschbiegel, 2001
- Jean-Paul Sartre, Der Ekel, 1938, rororo, S. 17
- Leo Navratil, Gespräche mit Schizophrenen, 1978, dtv, S.11
- Patrick Süskind, Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders, 1985, Diogenes, S. 163, 164


Aufbau

Buch: Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Verlag, Seiten
Internetseite: Webadresse, Datum, (Abschnitt)
Film: Schauspieler, Rolle, Titel, Regisseur, Erscheinungsjahr

Mittwoch, 24. März 2010

Creative Writing: Inhalt

In meiner Geschichte "Gedanken" wird euch ein Einblick in die wirren Gedanken und kleine Rückblicke des Lebens eines jungen Mörders erwarten.
Um klarzustellen was mit "Sie" gemeint ist: "Sie" ist für den Protagonisten das weibliche Geschlecht als Ganzes gemeint, das heisst man könnte das "Sie" auch mit "die Frauen", "eine Frau", "die Mädchen" oder "ein Mädchen" ersetzen.

Viel Spass beim Lesen!

Sonntag, 7. März 2010

Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

Was mir zuallerest auffiel, war der Titel des Buches, beziehungsweise das Wort Axolotl. Ein ausgewachsener Axolotl befindet sich sein ganzes Leben im Larvenstadium. So nahm ich an, schon bevor ich wusste, was für ein Thema dieses Buch hat, dass es sich womöglich um eine Geschichte über die Jugend handelt. Die Jugend ist beim Menschen ein Stadium zwischen Kind und Erwachsenen, also wie beim Axolotl, nur dass es beim Menschen eine vorübergehende Phase ist. Um jedoch herauszufinden, was es wirklich mit dem Titel auf sich hat, müsste ich wahrscheinlich das ganze Buch lesen.

In der Geschichte kamen sehr viele Fremd- und Füllwörter vor. Eigentlich völlig unnötig, würde man denken. Doch eben diese Abschweifungen vom Wesentlichen, zeigen einem, dass das Denken viel komplexer ist als man glaubt. Das Buch ist ja ein Tagebuch, dort schreibt man Erlebnisse und seine Gedanken darüber auf. Man denkt nicht immer nur an etwas, man schweift ab, kommt wieder zum Wesentlichen, schweift wieder ab. Ich glaube, dass wohl niemand, wie bei einer Aufzählung seine Gedanken der Reihe nach "durchdenkt". Bei Mifti schweiften die Gedanken noch mehr ab, weil sie ja Drogen nahm und hyperintelligent war.
Ich habe eigentlich fast alle Fremdwörter verstanden, nur dass ich anfing, die Sätze immer ungenauer durch zu lesen, weil ich versuchte das Unwichtige herauszufiltern.

Das Thema ,,Drogen und Sex" ist ein aktuelles und ich fand es ein interessantes. Es kamen viele wiederliche Szenen vor, wo über Körperausscheidungen, Körperverletzungen und so geschrieben wurde. Ich habe nach dem Lesen des Textes mit meinen einigen Mitschülern/innen darüber gesprochen. Viele sagten, man hätte es doch auch weniger wiederwärtig schreiben können oder solche unappetietlichen Sachen gänzlich weglassen können. Doch ich frage mich, ist die Realität nicht so? Mifti nimmt Drogen, sie hat Halluzinationen, sie schreibt demnach auch exakt das auf, was sie sieht und was sie in Wirklichkeit erlebt.

Bei den Personen war ich verwirrt, wer jetzt genau wer war, sodass ich den Text nochmals durchfliegen musste, um zu erfahren, wer Annika und Alice und all die anderen waren.
Was mich gestört hat, war dass Mifti oder die Autorin bei jedem zweiten Satz erwähnen musste, wie intelligent, arm, pervers, süchtig und kaputt sie war, als sei sie, so habe ich den Eindruck, die einzige auf dieser Welt, der es so schlecht geht.
Ich frage mich auch, ob die Autorin Helen Hegemann schon selbst Erfahrungen mit Drogen gemacht hat, weil ich mir sonst nicht so ganz vorstellen kann, dass sie das alles selbst geschrieben hat, da sie ja, falls sie keine Erfahrungen mit Drogen gemacht hat, wahrscheinlich nie den Erfahrungswert haben wird, wie jemand der solches schon durchlebt hat. Somit müsste sie sich, meiner Meinung nach, überdurchschnittlich gut in andere Personen hineinfühlen können. Oder sie müsste Leute kennen, die schon mehrmals mit Drogen in Kontakt gekommen sind und die ihr sozusagen ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen "diktiert" haben.
Vielleicht muss ich aber noch bedenken, dass Helene Hegemann eine Deutsche ist, was ihr das Schreiben von Texten wahrscheinlich erleichtert, da Hochdeutsch ihre Muttersprache ist. Sie kennt sicherlich viel mehr deutsche Ausdrücke als wir Schweizer Jugendliche.

Allgemein fand ich es kein schlechtes Buch, aber ich würde es nicht einfach so lesen. Ich finde, dass sich die Autroin ständig wiederholt, denn nach diesen fünfundzwanzig Seiten, hatte ich das Gefühl, bezüglich den Inhalt der Geschichte, keinen Schritt weiter gekommen zu sein. Eine Kurzgeschichte hätte, meiner Meinung nach, auch schon gereicht.