Was mir zuallerest auffiel, war der Titel des Buches, beziehungsweise das Wort Axolotl. Ein ausgewachsener Axolotl befindet sich sein ganzes Leben im Larvenstadium. So nahm ich an, schon bevor ich wusste, was für ein Thema dieses Buch hat, dass es sich womöglich um eine Geschichte über die Jugend handelt. Die Jugend ist beim Menschen ein Stadium zwischen Kind und Erwachsenen, also wie beim Axolotl, nur dass es beim Menschen eine vorübergehende Phase ist. Um jedoch herauszufinden, was es wirklich mit dem Titel auf sich hat, müsste ich wahrscheinlich das ganze Buch lesen.
In der Geschichte kamen sehr viele Fremd- und Füllwörter vor. Eigentlich völlig unnötig, würde man denken. Doch eben diese Abschweifungen vom Wesentlichen, zeigen einem, dass das Denken viel komplexer ist als man glaubt. Das Buch ist ja ein Tagebuch, dort schreibt man Erlebnisse und seine Gedanken darüber auf. Man denkt nicht immer nur an etwas, man schweift ab, kommt wieder zum Wesentlichen, schweift wieder ab. Ich glaube, dass wohl niemand, wie bei einer Aufzählung seine Gedanken der Reihe nach "durchdenkt". Bei Mifti schweiften die Gedanken noch mehr ab, weil sie ja Drogen nahm und hyperintelligent war.
Ich habe eigentlich fast alle Fremdwörter verstanden, nur dass ich anfing, die Sätze immer ungenauer durch zu lesen, weil ich versuchte das Unwichtige herauszufiltern.
Das Thema ,,Drogen und Sex" ist ein aktuelles und ich fand es ein interessantes. Es kamen viele wiederliche Szenen vor, wo über Körperausscheidungen, Körperverletzungen und so geschrieben wurde. Ich habe nach dem Lesen des Textes mit meinen einigen Mitschülern/innen darüber gesprochen. Viele sagten, man hätte es doch auch weniger wiederwärtig schreiben können oder solche unappetietlichen Sachen gänzlich weglassen können. Doch ich frage mich, ist die Realität nicht so? Mifti nimmt Drogen, sie hat Halluzinationen, sie schreibt demnach auch exakt das auf, was sie sieht und was sie in Wirklichkeit erlebt.
Bei den Personen war ich verwirrt, wer jetzt genau wer war, sodass ich den Text nochmals durchfliegen musste, um zu erfahren, wer Annika und Alice und all die anderen waren.
Was mich gestört hat, war dass Mifti oder die Autorin bei jedem zweiten Satz erwähnen musste, wie intelligent, arm, pervers, süchtig und kaputt sie war, als sei sie, so habe ich den Eindruck, die einzige auf dieser Welt, der es so schlecht geht.
Ich frage mich auch, ob die Autorin Helen Hegemann schon selbst Erfahrungen mit Drogen gemacht hat, weil ich mir sonst nicht so ganz vorstellen kann, dass sie das alles selbst geschrieben hat, da sie ja, falls sie keine Erfahrungen mit Drogen gemacht hat, wahrscheinlich nie den Erfahrungswert haben wird, wie jemand der solches schon durchlebt hat. Somit müsste sie sich, meiner Meinung nach, überdurchschnittlich gut in andere Personen hineinfühlen können. Oder sie müsste Leute kennen, die schon mehrmals mit Drogen in Kontakt gekommen sind und die ihr sozusagen ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen "diktiert" haben.
Vielleicht muss ich aber noch bedenken, dass Helene Hegemann eine Deutsche ist, was ihr das Schreiben von Texten wahrscheinlich erleichtert, da Hochdeutsch ihre Muttersprache ist. Sie kennt sicherlich viel mehr deutsche Ausdrücke als wir Schweizer Jugendliche.
Allgemein fand ich es kein schlechtes Buch, aber ich würde es nicht einfach so lesen. Ich finde, dass sich die Autroin ständig wiederholt, denn nach diesen fünfundzwanzig Seiten, hatte ich das Gefühl, bezüglich den Inhalt der Geschichte, keinen Schritt weiter gekommen zu sein. Eine Kurzgeschichte hätte, meiner Meinung nach, auch schon gereicht.

Milena,
AntwortenLöschenich finde es cool von dir, dass du deinen Blog fürs neue Semester redesignt hat. Sowas erhält hoffentlich die Motivation.
Zum gleichen Thema aber noch ein Gedanke: Ich gehe davon aus, dass du mehr als 30min an deinem Beitrag gearbeitet hast. Wenn dir das Spass gemacht hat - gut! Fühl dich dazu aber bitte nicht verpflichtet. Ich schätze, dass du mit markant weniger Aufwand noch immer eine 5 oder so erreicht hättest.