Montag, 27. September 2010

Tagesjournal: 27.09.10, fünfte Woche

Die Studienwochen und die Ferien rücken immer näher, unsere Vorfreude steigt stetig. Noch aber kämpfen Vorfreude und Angst gegeneinander, wobei die Angst im Moment überwiegt.
Mit Angst meine ich die Angst vor den bevorstehenden Prüfungen im Italienisch, Biologie und Mathematik sowie auch die Angst vor den Abgabeterminen der Biographie im Italienisch und unserer Reportage im Deutsch, zuweilen beim Deutsch wöchentlich noch mindestens eine halbe Seite Arbeitsjournal dazukommt. Englisch und Französisch hatten wir gerade hinter uns, alle sind gespannt auf ihre Noten.

Das ist anstrengend, wir hören den Stress immer lauter rufen. Nichtsdestotrotz geben wir uns alle Mühe die Sache so gut zu machen, dass wir in jedem Fach mindestens eine genügende Note hinkriegen. So verhält es sich auch mit unserer Deutschreportage, beim Team Chiara Zarotti und Milena Uribe speziell über Obdachlose in der Stadt Zürich und das wichtigste hierbei ist, so fern ich vermute, das Endresultat, die vollendete Reportage. Dazu kommt auch noch das Arbeitjournal, wobei ich aber glaube, dass dies eher dazu da ist um zu kontrollieren, dass wir auch etwas für unsere Reportage tun und nicht bloss irgendwelche Hirngespinste oder Wikipediatexte abgeben werden.
Deswegen schreiben alle brav auf, was sie erledigt haben, was noch zu erledigen ist und was nicht zu erledigen gelungen ist. Wenn wir nichts zu schreiben haben (so wie ich jetzt gerade) versucht man sich über denn Sinn eines Arbeitsjournals Gedanken zu machen und unsere Pläne nochmals zu schildern.

Das Arbeitsjournal soll ausführlich sein und trotzdem soll man keine Details verraten, welche später im Endtexte vorkommen werden. Man soll erzählen wie man zu Informationen kam, was unsere Quellen waren. Hier kann ich sagen, dass wir, Chiara und ich, drei recht ausführliche Interviews durchführen konnten, einige weniger ausführliche Emailinterviews zur Verfügung haben und ebenfalls das Internet als Quelle besitzen. Somit ist, hoffe ich, genug Material vorhanden um unseren Endtext bis zum Abagetermin fertiggestellt zu haben.

Aus Fehlern lernt man, so war es bei uns jedenfalls. Wir haben gelernt uns vor dem Aufsuchen eines uns unbekannten Ortes, besser über dessen Lage zu informieren, dass die Privatsphäre wichtig ist und dass der Anfang immer am schwersten ist. Damit konnten wir uns von Tag zu Tag verbessern, und effizienter arbeiten. Nun hatten nicht alle Glück wie wir, andere haben alles richtig gemacht, alles gut durchgeplant und schlussendlich scheiterte ihr vorgehen an dritten (bzw. an vierten). Aber auch sie konnten sich aufrappeln und wieder weitermachen mit ihrer Reportage.

Unsere Pläne habe ich schon im letzten Arbeitsjournal geschildert und sie haben sich bis zu jetztigen Zeitpunkt nicht verändert oder erledigt. Deswegen bleibt unserer nächstes Ziel vorerst den groben Text zu vefassen, welcher dann später zu einer spannenden, eindrücklichen und lesenswerten Reportage über die Obdachlosigkeit in der Stadt Zürich verwandelt werden soll. 

Das Team Chiara Zarotti und Milena Uribe, sprich (C)humz, sind bereit sich der Herausforderung zu stellen!

Montag, 20. September 2010

Tagesjournal: 20.09.10, vierte Woche

Ich weiss nicht was schreiben.
Deswegen schreibe ich einfach mal das auf was ich weiss.
Ich weiss dass das Team Chiara Zarotti und Milena Uribe nach mehreren erfolglosen Versuchen eindlich ein, nein sogar drei Interviews gemacht hat. Einerseits mit einem Angestellten bei den Sozialwerken Pfarrer Sieber und anderseits zwei mit Obdachlosen in Zürich. Das erste Interview mit M. war äusserst ausführlich, während die anderen beiden eher kurz ausfiehlen, was aber allein unsere Schuld war, da uns die Fragen schnell ausgegangen waren und wir uns nicht getrauten weiter nachzubohren. Um die Interviews in aller Ruhe zu analysieren und unser Gedächtnis wieder aufzufrischen habe wir uns vor den Interviews noch ein Diktiergerät gekauft, was nicht sehr billig war, sich aber als nützlich erwies. Wir hätten die Interviews auch mit dem Mobiltelefon aufnehmen können, doch die Qualität ist nicht annähernd so gut wie auf dem Diktiergerät.

Dass wir keine Weicheier sind weiss ich auch. Aus dem gleichen Grund wieso, dass (fast) niemand bei minus Temperaturen im Zürichsee baden geht, wird wohl auch keine Gruppe junger Punks, auch wenn obdachlos, bei Regen mitten auf der offenen Strasse sitzten. So nahmen wir schlichtwegs an, dass wir unsere Interviewkandidaten bei solchem Wetter nicht einfach so finden werden. 
Wir werden demnächst das Gespräch mit der Gruppe Punks aufsuchen und hoffen, das Wetter werde uns nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht.

Am Freitag hat Chiara mich spontan (weil sie sonst einen sehr überfüllten Terminplan hat)  zu sich nach Hause eingeladen, damit wir unser Rohmaterial zu einem ersten Text konventieren können. Zumindest teilweise. 
Wir setzten uns vor den Computer und beschlossen unsere Informationen vorerst einfach dem Thema nach aufzulisten, um somit einen Überblick über unser bisheriges Material zu haben.  Auch besprachen wir, wie genau wir vorgehen wollen, um einen strukturierten und interessanten Text zu gestalten. Unsere Idee war, dass wir Persönliches mit Fakten vermischen um Spannung in unsere Reportage einzubringen. Ebenso überlegten wir uns den ersten und den letzten Satz für den Text, weil dies angeblich entscheiden soll, ob der Leser interessiert weiterliest oder den Text schnell wieder beiseite legt. So schrieben wir die zwei Favoriten auf um sie nicht wieder zu vergessen.


Desweiteren haben wir eine Menge Flyers mit allen nötigen Informationen zu den Sozialwerken Pfarrer Sieber bekommen. Und weil sich unser Thema nicht nur um die Sozialwerke Pfarrer Sieber dreht, sondern um Obdachlose allgemein in Zürich (wovon uns M. ebenfalls sehr viel sagen konnte), nahmen wir auch noch verschiedenste Internetseiten zur Informationsquelle und schrieben sogar ein Email mit Interviewfragen an die Sozialbehörde von Zürich, welche uns sicher schon dreimal an einen Spezialisten auf dem Gebiet ,,Obdachlose" weitergeleitet hat. Bis zum jetztigen Zeitpunkt hat uns aber noch niemand die Intwerviewfragen beantwortet.
Bei den Internetseiten habe ich auch noch genauer darauf geschaut, was für Leute Sozialwerke ähnlich der Sozialwerke Pfarrer Sieber errichten.  Dabei habe ich etwas Interessantes entdeckt, was aber erst in unserer Reportage verraten wird. 


Das wär es wohl, weiter werden wir wahrscheinlich ein Email der Sozialbehörde mit den beantworteten Fragen zurückbekommen und diese mit den anderen Interviews auswerten und vergleichen. Wir werden weiter am rohen Text arbeiten, ihn in eine schöne Reportage transformieren und wenn nötig Lücken mit Informationen stopfen und unwichtigeres rausstreichen.

Dienstag, 14. September 2010

Tagesjournal: 13.09.10, dritte Woche

Unsere Interviews waren ein voller Erfolg.
Doch der Weg zur Sunestube stand uns teuer zu. Um genau zu sein kostete er uns 37.50 Fr.
Chiara und ich kamen auf die blendende Idee die Interviews mit einem Diktiergerät aufzunehmen. Im InterDiscount fanden wir schliesslich das günstigste Angebot für den oben genannten Preis inklusive vier Batterien und die Qualität war auch nicht schlecht.
Mit voller Montur ausgerüstet kamen wir also bei der Sunestube an und wurden sogleich freundlich von M. empfangen. Nachdem wir auch die anderen Anwesenden begrüsst hatten, setzten wir uns auf den Tisch und M. erklärte kurz und prägnant über was er mit uns sprechen würde. Vor M. lagen ein Haufen Broschüren und ein vollgeschriebenes Blatt was mich sehr erfreute, denn es zeigte, dass er sich vorbereitet hat und Interesse für unser Projekt zeigt. Dann begann ein unglaublich detailiertes Interview, wobei wir bis aus "okei" und  "ja" nicht mehr viel sagten; M. erzählte uns alles was wir wissen wollten und eine Nachfrage unserer Seite war demnach nicht mehr nötig.
Und dieser ganze Tag war ein Erfolg.
M. konnte uns gerade zwei Menschen mit Erfahrung als Obdachloser zu einem Interview vereinbaren.
Diese Interviews waren um einiges persönlicher und werden äusserst wichtige und interessante Faktoren in unserer Reportage sein.
Ab vier Uhr kamen weitere Leute herein und es wurde auch etwas lauter, weshalb wir im Büro unser Interview weiterführen konnten um etwas Ruhe zu haben.
Die Personen die wir interviewten waren alle sehr freundlich und entgegenkommend, so will ich mich hier nochmals für ihre Bereitschaft mit uns ein Interview zu führen bedanken.

Weil Chiara an der 72 Stunden Aktion teilnahm, schrieb ich anstatt ihrer ein Email an die Sozialbehörde zurück, in dem ich ihnen unsere konkreten Fragen zusendete, damit sie uns an eine dafür spezialisierte Person weiterleiten kann.





Mittwoch, 8. September 2010

Die schöne Blume

Auf einer Wiese stand eine Blume. Sie war schön; blau  mit roten Punkten in der Mitte.
Die Blume sprach zum Baum: ,,Hallo, wie geht es dir?"
Als der Baum die schöne Blume erblickte ward er grün vor Neid.
,,Ich bin schöner als du." sagte die Blume.
Da warden des Baumes prächtige grüne Blätter ganz braun und sie fielen ihm ab.
Nun stand der Baum braun und nackt vor der schönen Blume.
,,Ich bin schöner als du.", sagte die Blume.


Dienstag, 7. September 2010

Tagesjournal: 06.09.10, zweite Woche

Und sie birgt noch mehr Tücken.
Nachdem ich mich erneut mit dem Telefonbeantworter der Sozialwerke Pfarrer Sieber unterhalten musste, beschlossen Chiara und ich endgültig persönlich bei der Sunestube vorbei zu gehen.
Dienstags nach der Mittagspause informierten wir uns kurz über die Lage der Sunestube. Nun wir fanden heraus, dass sie in der Kreuzung zwischen der Militär- und der Langstrasse lag, doch die Hausnummer fanden wir nirgends.
„Wir finden das schon.“, dachten wir und die zwei gutgläubigen Menschen machten sich auf den Weg zu Pfarrer Sieber´s Sunestube.
Doch wir hatten uns mächtig getäuscht und nachdem wir jede Strasse in der Kreuzung mindestens viermal traversiert haben, mussten Chiara und ich einsehen, dass wir hoffnungslos versagt hatten. Niedergeschlagen machten wir uns auf den Heimweg.

Wer wagt, gewinnt. - so lautet das Sprichwort und so wagten wir uns eher spontan am Montag erneut auf die Suche nach der verborgenen Sunestube. Und siehe da! Wir fanden sie tatsächlich nicht sehr weit weg von der Kreuzung. Mit neu gewonnenen Optimismus traten wir ein.
In der Sunestube befanden sich mehrere Personen und wir waren zunächst verwirrt über die Tatsache, dass wir nicht wussten wen wir ansprechen sollten, doch wir wurden unmittelbar danach von einem Mann in Empfang genommen, der sich uns später als M.* vorstellte. Zuerst, so kam es mir vor, etwas misstrauisch, wurden wir gefragt, was wir den eigentlich wollten und Chiara nahm sogleich das Ruder in die Hand. Also versuchte sie einen Termin für eine Rundschau in der Sunestube und Interviews mit Obdachlosen auszuhandeln während ich M. Tattoos auf den Armen ins Visier nahm. Ich kenne M. nicht und deshalb will ich nicht über die Bedeutung seiner Tätowierungen urteilen, doch am interessantesten fand ich ein einfaches „C“ auf dem Unterarm.
Wie das Sprichwort schon sagt „gewannen“ wir einen Termin auf den nächsten Montag Nachmittag für die Rundschau und hoffentlich auch für ein Interview mit einem Zürcher Obdachlosen.
„Es ist schon schwierig mit „normalen“ Leuten einen Termin zu vereinbaren, mit Obdachlosen ist es noch schwieriger.“, war M.s Aussage und deswegen hoffen wir auf ein Interview mit einem Obdachlosen.

* Name dem Team Chiara Zarotti und Milena Uribe bekannt