Dienstag, 7. September 2010

Tagesjournal: 06.09.10, zweite Woche

Und sie birgt noch mehr Tücken.
Nachdem ich mich erneut mit dem Telefonbeantworter der Sozialwerke Pfarrer Sieber unterhalten musste, beschlossen Chiara und ich endgültig persönlich bei der Sunestube vorbei zu gehen.
Dienstags nach der Mittagspause informierten wir uns kurz über die Lage der Sunestube. Nun wir fanden heraus, dass sie in der Kreuzung zwischen der Militär- und der Langstrasse lag, doch die Hausnummer fanden wir nirgends.
„Wir finden das schon.“, dachten wir und die zwei gutgläubigen Menschen machten sich auf den Weg zu Pfarrer Sieber´s Sunestube.
Doch wir hatten uns mächtig getäuscht und nachdem wir jede Strasse in der Kreuzung mindestens viermal traversiert haben, mussten Chiara und ich einsehen, dass wir hoffnungslos versagt hatten. Niedergeschlagen machten wir uns auf den Heimweg.

Wer wagt, gewinnt. - so lautet das Sprichwort und so wagten wir uns eher spontan am Montag erneut auf die Suche nach der verborgenen Sunestube. Und siehe da! Wir fanden sie tatsächlich nicht sehr weit weg von der Kreuzung. Mit neu gewonnenen Optimismus traten wir ein.
In der Sunestube befanden sich mehrere Personen und wir waren zunächst verwirrt über die Tatsache, dass wir nicht wussten wen wir ansprechen sollten, doch wir wurden unmittelbar danach von einem Mann in Empfang genommen, der sich uns später als M.* vorstellte. Zuerst, so kam es mir vor, etwas misstrauisch, wurden wir gefragt, was wir den eigentlich wollten und Chiara nahm sogleich das Ruder in die Hand. Also versuchte sie einen Termin für eine Rundschau in der Sunestube und Interviews mit Obdachlosen auszuhandeln während ich M. Tattoos auf den Armen ins Visier nahm. Ich kenne M. nicht und deshalb will ich nicht über die Bedeutung seiner Tätowierungen urteilen, doch am interessantesten fand ich ein einfaches „C“ auf dem Unterarm.
Wie das Sprichwort schon sagt „gewannen“ wir einen Termin auf den nächsten Montag Nachmittag für die Rundschau und hoffentlich auch für ein Interview mit einem Zürcher Obdachlosen.
„Es ist schon schwierig mit „normalen“ Leuten einen Termin zu vereinbaren, mit Obdachlosen ist es noch schwieriger.“, war M.s Aussage und deswegen hoffen wir auf ein Interview mit einem Obdachlosen.

* Name dem Team Chiara Zarotti und Milena Uribe bekannt

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