Montag, 9. April 2012

Orest und Werther

Beim Stück "Iphigenie auf Tauris" von Goethe erinnerte mich Iphigenies Bruder Orest sehr an Werther aus Goethes "Die Leiden des jungen Werthers". Das liess mich über die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Werken nachdenken. Während Iphigenie den perfekten humanitären Menschen darstellt, ist Orest von Zweifeln geplagt und glaubt sich dem Schicksal hilflos ausgeliefert.
So könnte man Iphigenie als Lotte sehen, Orest als Werther und auch Orestes Freund Pylades als Wilhem. Sogar Thaos kann man mit Albert verbinden. Die Götter (unter anderem auch die Rachegöttinen) kann man als Werthers Schicksal sehen.
Macht man Orest und nicht Iphigenie zur Hauptfigur werden die Gemeinsamkeiten umso deutlicher. Ebenso könnte man die Lotte anstatt den Werther zur Hauptfigur machen, was den gleichen Effekt hätte.

Orest hat seine Mutter getötet, doch es war nicht seine Schuld, sondern die des Fluches, welcher auf seiner Familie lastet. So kann man den Fluch auch als das Schicksal ansehen. Wegen seinem Schicksal muss er nun schlimme Qualen erleiden.
Werther verliebt sich ungewollt in Lotten, einer verheirateten Frau. Das ist sein Schicksal, welches nun auf ihm Lastet und ihn leiden lässt.
Der Ursprung des Leidens ist zwar verschieden, doch beide haben ihre Tat nicht aus freiem Willen vollbracht. Das Schicksal hat sie beide so zu sagen dazu gezwungen und lässt sie dann dafür leiden.


Orest und Werther sind beide sehr unvollkommene Figuren, doch sie weisen jede Schuld dafür ab. Trotz der Qualen die sie beide erleiden müssen, geben sie sich anfangs etwas widerstrebend, doch dann immer bereitwilliger ihrem Schicksal hin. Beiden ergeht es im Verlaufe der Geschichten immer schlechter und sie verhalten sich zunehmend so, als wären sie in einer Art Wahn gefangen, sie sind passiv und ihre Hoffnungslosigkeit lässt sie immer mehr ihrem Schicksal hingeben, welches für beide den Tod bedeutet. Orest und Werther wirken, und sind es vielleicht auch, depressiv und ihre Weltanschauung ist auch dem entsprechend dunkel.
Iphigenie weist keinerlei Mängel auf, sie befolgt die Sitten und kann dennoch ihre humanitären Ansichten durchsetzen. Sie erkennt ihre Pflichten, trotzdem kann sie sich diesen Pflichten widersetzten, wenn sie nicht ihrer Moral entsprechen, das heisst unmenschlich sind. Deswegen kommen ihr ihre Ansichten manchmal in den Weg, doch schlussendlich kann sie alle, auch Thaos, von deren Richtigkeit überzeugen. Auch Lotte versucht ihren Pflichten als gute Verlobte/Ehefrau nach zu gehen und trotzdem für den Werther da zu sein. So handelt sie menschlich (wie menschlich, kann hier aber noch diskutiert werden) und kann sogar Albert überzeugen.

Pylades ist ein guter, wenn nicht sogar eingzige Freund von Orest, genauso wie Willelm für den Werther sei einziger Freund ist. Pylades und Willhelm begleiten ihre Freunde stillschweigend auf ihrem Weg und unterstützen sie, indem sie ihnen zuhören und an ihren Leiden teilnehmen. Gegen den Schluss verschwinden beide einfach so aus den Geschichten.

Thaos und Albert sind beide Männer, welche die ersehnten Frauen der beiden Leidenden zurückhalten von diesen. Zu guter Letzt lassen sich jedoch beide, Thaos von Iphigenie und Albert von Lotte davon überzeugen, sie los zu lassen und somit auch Orest und Werther zu befreien.

Während der Werther von Lotte und Albert die Pistolen kriegt und sich so endlich von seinem Schicksal befreien kann und erlöst ist, kann Orest dank Iphigenie und Thaos von den Tauren flüchten und ist dann ebenfalls von seinem Schicksal befreit. Beide konnten mit Hilfe ihrer ersehnten Frauen das Schicksal bezwingen und sind vom Leid befreit.
Der Tod in "Die Leiden des jungen Werthers" symbolisiert die Bezwingung des Schicksals; der Selbstmord, der Weg in eine bessere Welt. So kann man auch die Flucht von Tauris als Bewältigung des Schicksals und deren Weg nach Griechenland als Aufbruch in eine bessere Welt sehen.


Kommentar erwünscht. :)

Montag, 2. April 2012

Rückblick Lesung

Ich hatte keine Ahnung, wie die Lesung sein wird, da ich die Texte zuvor nicht gelesen habe. Zu Anfang fand ich Christan von Asters Aussehen interessant; da frage ich mich immer, wie man in unserem Alter ausgesehen hat. Seine Stimme war mir angenehm und ich hörte ihr gerne zu. Tiefere Stimmen wirken autoritärer und fesseln den Zuhörer stärker an den Vorleser.
Die Geschichten gefielen mir sehr, für mich waren sie wie gute Witze, die man immer wieder hören möchte, aber nicht selbst erzählen kann, weil es einem nie gelingen wird, sie mit solch einem Sarkasmus und ohne stotternde Unterbrüche kurz vor der Pointe anderen Leuten vorzutragen. Deshalb war ich froh, dass Christian von Aster seine Geschichten vorlas und nicht irgend ein anderer Leser.
Ich war begeistert, wie der aktuelle Inhalt der Geschichten mit der Sprache und den Figuren anderer Zeiten und Welten ineinander verwickelt war. So müssten die Nachrichten im Fernseher gebracht werden. Die Geschichten fand ich lustig und gemein auch.
Ansonsten fand ich es eigentlich noch schade, dass wir keine Ausschnitte aus längeren Geschichten zu hören bekamen. Die kurzen Geschichten waren nach dem Erzählen fertig, das war gut so und ich gab mich damit zufrieden, was eben schade ist, da doch das Ziel einer Lesung, so denke ich, sein sollte , in den Zuhörern drinnen die Neugier und somit auch die Lust auf noch mehr zu erwecken. Ich wurde erst neugierig, als ich mich mit diesem Blogauftrag auseinandersetzte. Für mich war die Lesung mehr eine Art Theatervorstellung, welche mit ihrem Ende vollends abgeschlossen war, denn auch der Inhalt und der Sinn darin schienen mir klar und bestimmt. Deswegen, denke ich, haben wir Schüler auch beinahe keine Fragen mehr gestellt am Schluss.

Was mir wirklich am besten gefiel, war wieviel Freude Christian von Aster selbst an seinen Geschichten und dem Vorreden hatte. Es ist doch schön, einen Menschen zu sehen, der Freude an seinen eigenen Werken hat. Das gibt einem, mir jedenfalls, das Gefühl, dass man machen kann, was einem gefällt und man davon sogar leben kann. Denn vorallem in unserem Alter ist es wichtig, die Möglichkeit zu sehen seine Träume verwirklichen zu können um auch bis zu seinen Zielen durchhalten zu können.


(Leider konnte ich den Blog nicht früher Online stellen, die Bloggerseite funktionierte nicht bei mir. Gerne hätte ich für diesen und für den letzten Blogauftrag noch ein Kommentar.)

Samstag, 24. März 2012

Schweizerdeutscher Prometheus von Goethe

Laan de Himml bewölcht Zeus
mit dänä dunklä Wulchä
und tuen dich, wienen chliine Bueb
voll uustoobä
wie du wotsch
Abr laan mer min Platz
und miis Huus
wo du nöd baut häsch
Und min Härd lasch mer au
Dä, wo du däm sini Gluet beniidisch.

Ich känn nüd schwächärs
uf därä Wält als eu Götter
Ier läbet arm
vu eusem Gäld
und vo Gebät.
Oiri Majestät,
Und ier würed liidä
wänns kei Chindä und Bättler
und hoffnigslosi Opfer wür gää.

Woni no chlii gsii bin,
Nöd gwüsst han wiä und waas
Hani zude Sunne ufägluägt
Wie wänn döt obä
Irgendöppert mini Problem wür aalose.
Öppert wo gliich wien ich isch
Und mier chan hälfä.

Und wär hät mer ghulfä?
Sinds die Oberä gsii?
Wär hät mich vorem Tod
und de Sklaverei grettät?
Han nöd alles iich gmacht?
Woni no jung und fit gsii bin
hät mer mich verarscht,
han abr trotzdem merci gseit
dänä fuule Oberä döt.

Muess ich mich bedankä? Für waas?
Häsch du am Verletztä,
jeemals wenigär Schmärzä gmacht?
Häsch du dä wo Truurig isch,
jeemals  trööstet?

Hät mich nöd die mächtigi Ziit
Erwachsä gmacht?
Und s ewigä Schicksal au?
Stimmt doch, ier Lüütlis, odr?

Häsch du nöd wölle
dasi s Läbä hassä tuen,
und mich id Wüesti schickä
willi hald nüm s gliichä dänkä
wie früener?

Etzt sitzi da, erfind Mänschä
wo gliich wien ich sind,
genau tupfgliich wien ich,
wo liidä, brüälä,
gnüüsä und sich freuä chönd
und nöd uf dich achtet,
genau so wien iich.


Ich habe das Gedicht so übersetzt, dass es nur Wörter enthält die ich auch im normalen Sprachgebrauch benütze. Geschrieben habe ich es, wie wenn ich auch sonst rede oder im Chat schreibe, eigentlich wie ich meisten auch alles ausspreche (Deswegen die vielen "ä"s und Doppelvokale). Teilweise habe ich auch mehr Absätze gemacht, damit nicht plötzlich ein Vers viel länger als die anderen ist.
Sinngemäss habe ich mich an das origniale Gedicht gehalten, doch die Satzzeichen habe ich je nachdem verändert.

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Sonntag, 18. März 2012

Rückblick "Die Leiden des jungen Werthers"

Ich begann das Buch mit einer positiven Einstellung zu lesen, denn schon relativ lange bevor wir es in der Schule lesen mussten, kam mir nur gutes über diese Geschichte zu Ohren. Fast hätte ich es schon vorher gelesen (doch ich hatte das Buch noch nicht).
Einige Zweifel hatte ich schon, da es sich ja um Goethe handelt und ich mir die Sprache schwierig vorstellte, doch wie sollten die Leute diese Geschichte mögen ohne sie zu verstehen?
So konnte ich mich nach einigen gelesenen Seiten an die Form und die Unterteilung in Briefe gewöhnen, so wie einst bei den Dramen an deren Form. Der Inhalt war nicht so schwer zu verstehen, doch teilweise,  vielleicht lag es daran dass ich zu unkonzentriert las, verlor ich einfach den Faden und wusste plötzlich nicht mehr an welchem Ort zum Beispiel Werther sich befand. Das war ab und zu etwas mühsam.

Schon zu Anfang faszinierten mich ,,Die Leiden des jungen Werthers" inhaltlich. Ich liebe es, wenn jemand voller freudig erwarteter Trauer, im Weltschmerz herum wühlt, bis er es kaum mehr aushalten kann. Jemand leidet, ohne einen schwerwiegenden Grund dazu zu haben und zieht sich selber bewusst immer tiefer ins verderben. Das fasziniert mich, deshalb gefiel mir das Buch, obwohl es manchmal ins kitschige hinüber kippte. Der ständig zum greifen nahe Tod verhinderte aber, dass dies vollends geschah.
Das Thema Selbstmord ist in meinem Umfeld und wahrscheinlich bei sehr vielen Jugendliche sonst noch ein recht aktuelles Thema, deshalb konnte ich auch gut über die Geschichte nachdenken und teilweise auch mit anderen darüber reden und mir wurde das Buch unter anderem auch von jemanden in meinem Alter empfohlen.
Eigentlich gefallen mir  Beschreibungen der Umwelt nicht sonderlich, doch da Werther sie so sehr mit seinen Empfindungen assoziiert, schienen sie für mich mehr Gefühle als Umwelt zu sein.
Ich denke, dass Goethe auch bloss einen, längeren Brief hätte schreiben können; das ganze Buch handelt ja "bloss" vom selben Leiden, das hätte man auch kürzen könne und ich denke Werthers Gefühle wären immer noch nachvollziebar - Soll aber nicht heissen, dass er dadurch besser wird, der Inhalt!
Das glaube ich jetzt aber vielleicht nur, weil ich schon von Anfang an gewusst habe, dass Werther sich am Schluss umbringen wird. Möglicherweise wäre es ganz anders gewesen, wenn ich das nicht gewusst hätte, denn bis zu einem gewissen Punkt blieb mir immer noch die Hoffnung auf eine Besserung des Zustandes Werthers.

Fazit ist, dass mir Goethes "Die Leiden des jungen Werthers" gefallen, nur schon wegen dem Thema. Die Form ist zwar nicht gleich meine liebste, aber zur Geschichte passt sie noch. Das Buch hätte ich auch in der Freizeit gelesen, doch nur weil mir jemand es empfohlen hat und nicht weil es von Goethe ist.

Sonntag, 4. März 2012

Am 28. Julius

Törichter Werther, o hüte dich! Das will zu Anfang gesagt sein.
Die Lotten mag gewiss reizend sein und ihre Anziehung mag wie die eines starken Magneten sein, doch du selbst bist es, der seine Triebe zügeln muss. Hüte dich, hüte dich, ich will, dass du dier diese Worte einprägst. Du hattest dein Vergnügen, nun löse dich als bald wie möglich von deiner süssen Melancholie, denn sie wird dich zu Grunde richten!
Ach, wie schwer es mir fällt dir alles zu verübeln, wo du doch mein Freund bist. Ja, wie du schreibst bin ich des Gefühls her ein Wissenschaftler und sehe die Ereignisse mit andere Augen. Du verzerrst dich bloss selbst mit deinen Träumereien. Nimm das Mädchen  gewaltsam aus deinen Sinnen und dein leidlicher Zustand wird schon bald verlöschen. Widme dich der vollendeten Schönheit der Natur und vergesse so deine zum scheitern verurteilte Liebe. Ich will dir nur das Beste gönnen junger Werther, denn du sollst die Freuden des Lebens ohne Schmerzen geniessen können.
Mein Lieber, mit schaudernden Herzen fühle ich mit dir, doch dein Schicksal ist ein anderes.
Wilhelm