Ich begann das Buch mit einer positiven Einstellung zu lesen, denn schon relativ lange bevor wir es in der Schule lesen mussten, kam mir nur gutes über diese Geschichte zu Ohren. Fast hätte ich es schon vorher gelesen (doch ich hatte das Buch noch nicht).
Einige Zweifel hatte ich schon, da es sich ja um Goethe handelt und ich mir die Sprache schwierig vorstellte, doch wie sollten die Leute diese Geschichte mögen ohne sie zu verstehen?
So konnte ich mich nach einigen gelesenen Seiten an die Form und die Unterteilung in Briefe gewöhnen, so wie einst bei den Dramen an deren Form. Der Inhalt war nicht so schwer zu verstehen, doch teilweise, vielleicht lag es daran dass ich zu unkonzentriert las, verlor ich einfach den Faden und wusste plötzlich nicht mehr an welchem Ort zum Beispiel Werther sich befand. Das war ab und zu etwas mühsam.
Schon zu Anfang faszinierten mich ,,Die Leiden des jungen Werthers" inhaltlich. Ich liebe es, wenn jemand voller freudig erwarteter Trauer, im Weltschmerz herum wühlt, bis er es kaum mehr aushalten kann. Jemand leidet, ohne einen schwerwiegenden Grund dazu zu haben und zieht sich selber bewusst immer tiefer ins verderben. Das fasziniert mich, deshalb gefiel mir das Buch, obwohl es manchmal ins kitschige hinüber kippte. Der ständig zum greifen nahe Tod verhinderte aber, dass dies vollends geschah.
Das Thema Selbstmord ist in meinem Umfeld und wahrscheinlich bei sehr vielen Jugendliche sonst noch ein recht aktuelles Thema, deshalb konnte ich auch gut über die Geschichte nachdenken und teilweise auch mit anderen darüber reden und mir wurde das Buch unter anderem auch von jemanden in meinem Alter empfohlen.
Eigentlich gefallen mir Beschreibungen der Umwelt nicht sonderlich, doch da Werther sie so sehr mit seinen Empfindungen assoziiert, schienen sie für mich mehr Gefühle als Umwelt zu sein.
Ich denke, dass Goethe auch bloss einen, längeren Brief hätte schreiben können; das ganze Buch handelt ja "bloss" vom selben Leiden, das hätte man auch kürzen könne und ich denke Werthers Gefühle wären immer noch nachvollziebar - Soll aber nicht heissen, dass er dadurch besser wird, der Inhalt!
Das glaube ich jetzt aber vielleicht nur, weil ich schon von Anfang an gewusst habe, dass Werther sich am Schluss umbringen wird. Möglicherweise wäre es ganz anders gewesen, wenn ich das nicht gewusst hätte, denn bis zu einem gewissen Punkt blieb mir immer noch die Hoffnung auf eine Besserung des Zustandes Werthers.
Fazit ist, dass mir Goethes "Die Leiden des jungen Werthers" gefallen, nur schon wegen dem Thema. Die Form ist zwar nicht gleich meine liebste, aber zur Geschichte passt sie noch. Das Buch hätte ich auch in der Freizeit gelesen, doch nur weil mir jemand es empfohlen hat und nicht weil es von Goethe ist.
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