.
Komm sage mir, du Schönes du,
aus welchem fernen Land du kommst.
Erzähle mir in aller Ruh,
Wovon du nachts so gerne träumst.
Von überall da bin ich her.
Von dir träum ich die Nächte lang.
Ich denke an dich immer mehr.
Jetzt weisst du es, jetzt ist mir bang
Dir muss nun nicht mehr bange sein,
ergeht dir doch so gleich wie mir.
Für ewig werd ich bleiben dein.
Ja, nun gehör ich nur noch dir.
Gewartet hab ich Jahr für Jahr.
Wie wunderschön bist du jetzt mein.
Geworden ist es endlich wahr,
für immer werd ich deiner sein.
Donnerstag, 30. Dezember 2010
Die Spenser-Strophe
Was siehst du in der Ferne leuchten hell?
Was spiegelt sich in deinen Augen, was
lässt deine Seele so erleuchten grell?
Die deine Seele ist so dünn wie Glas.
Erfüllt ist sie mit Zorn und blankem Hass.
Ich weiss nicht was es wird, es ist, es war.
Komm sag es mir nun endlich, bitte lass
mich wissen! Zeig mir den Nachtmahr.
Nur dieses ferne Leuchten, weiss was mit dir war.
Nur dieses ferne Leuchten, weiss was mit dir war.
Sonntag, 19. Dezember 2010
Lyrikübung 8
Alternierende sieben- und fünfsilbigen Verszeilen
Am Horizont ein Streifen
silbern strahlt er dort
Als könnte man ihn greifen
Und doch so weit fort
Versuch dorthin zu fliegen
Spann die Flügel aus
Vielleicht wirst du ihn kriegen
Flieg nur ganz weit raus.
Am Abgrund stehst du lange
Spring doch endlich ab.
Tu es, dir ist bloss bange
Du schaust nur herab.
Schau her es ist ganz einfach
Helfen will ich dir
Sei mutig, spring, sei nicht schwach.
Komm, vertraue mir.
Silbezählung 3, 6, 1, 4, 8, 4, 1, 6, 3
Klar und hell
wird dunkler und dunkler
Du
Bist nicht allein
Die Dunkelheit kommt, will bleiben
für immer dein
treu
nun deine Gesellschaft.
Bleibt bei dir.
Hoch hinaus
möchtet ihr Leute doch
Oben
dort wollt ihr sein
Erfolg haben um jeden Preis
Nen guten Wein
noch
Geld wohin man nur blickt
Träum weiter.
Diese Aufgabe hat mir gut gefallen, es war auch nicht so schwierig. Beim ersten reimt sich jeweils das letze Wort der fünfsilbigen mit dem letzten Wort der nächsten fünfsilbigen und bei der siebensilbigen ebenso.
Beim zweiten reimen sich die letzten Wörter der beiden Vierzeiler.
Am Horizont ein Streifen
silbern strahlt er dort
Als könnte man ihn greifen
Und doch so weit fort
Versuch dorthin zu fliegen
Spann die Flügel aus
Vielleicht wirst du ihn kriegen
Flieg nur ganz weit raus.
Am Abgrund stehst du lange
Spring doch endlich ab.
Tu es, dir ist bloss bange
Du schaust nur herab.
Schau her es ist ganz einfach
Helfen will ich dir
Sei mutig, spring, sei nicht schwach.
Komm, vertraue mir.
Silbezählung 3, 6, 1, 4, 8, 4, 1, 6, 3
Klar und hell
wird dunkler und dunkler
Du
Bist nicht allein
Die Dunkelheit kommt, will bleiben
für immer dein
treu
nun deine Gesellschaft.
Bleibt bei dir.
Hoch hinaus
möchtet ihr Leute doch
Oben
dort wollt ihr sein
Erfolg haben um jeden Preis
Nen guten Wein
noch
Geld wohin man nur blickt
Träum weiter.
Diese Aufgabe hat mir gut gefallen, es war auch nicht so schwierig. Beim ersten reimt sich jeweils das letze Wort der fünfsilbigen mit dem letzten Wort der nächsten fünfsilbigen und bei der siebensilbigen ebenso.
Beim zweiten reimen sich die letzten Wörter der beiden Vierzeiler.
Lyrikübung 6
Anapästische Hexameter
Kleine Schritte damit man ja nicht auf den Grund herab fällt.
Wenn man fällt,weiss man gut,dass uns niemand wird retten,uns hält.
Wenig Leute geniessen das Risiko, stehen darauf.
Dieses Adrenalin drückt ihr Glücksgefühl sehr hoch hinauf.
Dank dem Nachahmungstrieb gibt es jedoch stets mehr, immer mehr.
Plötzlich irgendwann werden sie formen ein riesiges Heer.
Daktylische Pentameter
Wirklich sehr gerne würd ich alles wissen was ich will.
Nichts darf wegbleiben, vermissen will ich gar nichts davon.
Ich trinke Wissen wie Wasser, füll meinen Kopf damit.
Wasser ist viel nasser, Wissen kann trocken sein manchmal.
Schwer ist der Kopf, fängt zu sinken an, anfangs sehr langsam.
Ich werd im Meer alles Wissens ertrinken für ewig.
Ich habe versucht Reime einzunringen, was alles sehr stark einschränkte.
Beim anapästischen Hexameter reimt sich jeweils das letzte Wort auf der Zeile.
Beim daktylischen Pentameter reimt sich jeweils ein Wort mitten in der Zeile mit einem anderen Wort, ebenfalls mittendrin, in der nächsten Zeile (grün angezeichnet).
(Die Absätze beim anapästischen Hexameter sind nicht absichtlich, aber ich bringe sie nicht weg...)
Ich weiss nicht ob ich die Aufgabe richtig gelöst habe. Ich fand sie sehr schwierig...
Dienstag, 14. Dezember 2010
Alles gleich
.
Die vielen Menschen sind doch alle gleich.
Und doch verstehen sich nicht alle gut.
Woran wird dies wohl liegen fragst du dich?
Du bist nicht gleich wie er, nicht gleich wie sie.
Wie jeder um dich, immer noch ein Mensch.
Doch gleich wart, seid und werdet ihr nie sein.
Im Harmonie zu leben, Friede herrscht .
Nun stelle dir so eine Welt mal vor,
Mal dir im Traum dein Universum aus
Welch eine Schönheit wäre diese Welt.
Wie traurig, es wird niemals möglich sein.
Die Differenzen sind zu gross dafür.
Bist du ein Unikat, nicht die Kopie?
Doch dein Verstand steckt mit der Antwort fest.
Bloss Glauben kann man, aber wissen nicht.
Noch schlimmer als nichts ist das Wissen selbst.
Meist nach dem Wissen die Zerstörung folgt
Weil Wissen Macht ist, viel der Macht zerstört.
Darüber lesen oder schreiben nur
Gedanken nur sich machen bloss nicht mehr
Belassen wir es so und träumen schön.
.
Sonntag, 12. Dezember 2010
Lyrikübung V
Die ganze Welt rast jäh vorbei
vor meinen Augen ganz geschwind
Gedanken fliegen in der Luft
sie fallen langsam in die Kluft.
Da löst sich aus dem Schatten was
ein dunkles Etwas sinkt herab
Nun liegt es auf dem kalten Grund
Wer hilft nun der Gestalt dort auf?
Gen Himmel blickt er stets hinauf
Nimmt Sehnsucht gern in kauf
Inmitten aller Leute stehn
er spürt die Winde wehn.
Ist dieses Universum fern?
Sind wir nicht mittendrin?
Die Sterne geben uns den Glanz
Erleuchten uns die Welt
Sag mir kannst du sie erkennen?
wie sie sich so schnell verformen
Doch verschwunden sind sie plötzlich
Suche sie, du wirst sie finden!
Langsam ist es am erlöschen
Alle Lichter gehen aus
Und der Sinn ist nun verloren
Ist doch alles so ein Graus.
vor meinen Augen ganz geschwind
Gedanken fliegen in der Luft
sie fallen langsam in die Kluft.
Da löst sich aus dem Schatten was
ein dunkles Etwas sinkt herab
Nun liegt es auf dem kalten Grund
Wer hilft nun der Gestalt dort auf?
Gen Himmel blickt er stets hinauf
Nimmt Sehnsucht gern in kauf
Inmitten aller Leute stehn
er spürt die Winde wehn.
Ist dieses Universum fern?
Sind wir nicht mittendrin?
Die Sterne geben uns den Glanz
Erleuchten uns die Welt
Sag mir kannst du sie erkennen?
wie sie sich so schnell verformen
Doch verschwunden sind sie plötzlich
Suche sie, du wirst sie finden!
Langsam ist es am erlöschen
Alle Lichter gehen aus
Und der Sinn ist nun verloren
Ist doch alles so ein Graus.
Samstag, 4. Dezember 2010
Zäsur und Enjambement
Ohne Zäsur und Enjambement
Vor dem Fenster
Der grosse Baum hat keine Blätter mehr,
und bloss die Tanne ist geblieben grün.
Was ich jetzt gerne zum Essen hätte
Ich liebe Luxemburgerli so sehr
doch nur sehr selten essen kann man sie
Ein Traum vor kurzem
Ein junger Mann rennt ständig rundherum,
ich frage mich wieso er dies nur tut.
Was ich eigentlich schnell erledigen sollte
Der Film liegt ungesehen im Regal
ich muss ihn sehr bald sehen unbedingt!
Mein Körper
Ich finde meine Hüften etwas schmal
und Sport zu machen tät mir auch sehr gut.
Mit Zäsur und Enjambement
Vor dem Fenster
Der Winter ist gekommen, fegt dem Baum
die Blätter weg, die Tanne nur blieb grün.
Was ich jetzt gerne zum Essen hätte
Wieso so teuer, sind sie denn gemacht
aus Gold, den Preis drückt Sprüngli nicht herab.
Ein Traum vor kurzem
Der Mann rennt immer weiter, hört nie auf
zu lächeln, einzig er kennt das warum.
Was ich eigentlich schnell erledigen sollte
Der Film liegt noch herum, auf dem Regal
mit Büchern voll, the Flock heisst er, der Film.
Mein Körper
Sport könnt ich machen mehr, gesünder würd
das für mich sein, warum tu ich es nicht?
Sonntag, 28. November 2010
Gedicht
Alles gleich
.
Diese vielen Menschen sind doch alle gleich.
Und doch verstehen sich nicht alle gleich gut.
Aber woran denkst du mag dies liegen?
Du bist nicht gleich wie er, nicht gleich wie sie.
Immer noch ein Mensch wie jeder um dich.
Aber gleich seid ihr alle nie und nimmer.
Im Gleichklang alles Leben beieinander.
Stelle dir so eine Welt vor, träume.
Nur eben träumen, weil es eine Illusion ist.
Eine Schönheit wäre diese Welt.
Wie traurig, es wird niemals möglich sein.
Die Differenzen sind zu gross dafür.
Sind wir einzigartig, nicht Kopien?
Der Verstand kommt mit der Antwort nicht weit.
Bloss Glauben kann man, aber wissen nicht.
Schlimmer als Unwissen ist das Wissen.
Denn nach Wissen folgt meist Zerstörung.
Weil Wissen Macht ist, viel der Macht zerstört.
Man kann darüber lesen oder schreiben,
sich mit Unsergleichen unterhalten.
Belassen wir es so und träumen weiter.
.
.
Diese vielen Menschen sind doch alle gleich.
Und doch verstehen sich nicht alle gleich gut.
Aber woran denkst du mag dies liegen?
Du bist nicht gleich wie er, nicht gleich wie sie.
Immer noch ein Mensch wie jeder um dich.
Aber gleich seid ihr alle nie und nimmer.
Im Gleichklang alles Leben beieinander.
Stelle dir so eine Welt vor, träume.
Nur eben träumen, weil es eine Illusion ist.
Eine Schönheit wäre diese Welt.
Wie traurig, es wird niemals möglich sein.
Die Differenzen sind zu gross dafür.
Sind wir einzigartig, nicht Kopien?
Der Verstand kommt mit der Antwort nicht weit.
Bloss Glauben kann man, aber wissen nicht.
Schlimmer als Unwissen ist das Wissen.
Denn nach Wissen folgt meist Zerstörung.
Weil Wissen Macht ist, viel der Macht zerstört.
Man kann darüber lesen oder schreiben,
sich mit Unsergleichen unterhalten.
Belassen wir es so und träumen weiter.
.
Dienstag, 9. November 2010
Ein Gedicht
.
Ein weisses Papier
zum darauf zeichnen
mit einem Bleistift
Hier mein Lederband
um meinen Arm
es ist schwarz
Da meine Brille
neu ist sie
im Etui aufbewahrt
Mein kleines Ohrring
es ist silbern
ist immer drann
Mein weisses Leibchen
mit schwarzem Druck
es ist bequem
Hier mein Abo
für den Zug
darauf mein Name
.
Montag, 11. Oktober 2010
Der Rückblick
Wieso schreibt man einen Rückblick?
Um seine Meinung und Sichtweise zum vergangene Ziel und dessen Herangehensweise zu dokumentieren. Man schreibt auf, was man erwartet und nicht erwartet hätte. Der Rückblick, wie das Wort schon sagt, blickt zurück.
Es ging um ein SOL-Projekt in Form einer Reportage zu einem (fast) freigewähltem Thema und bei uns genauer gesagt um eine Reportage über Obdachlosigkeit in der Stadt Zürich .
Im Grunde genommen fasse ich jetzt mit diesem Rückblick exakt das zusammen, was ich in den sechs Texten des Arbeitsjournals bereits geschrieben habe. Schon ein erster Minuspunkt meiner Meinung nach. Ich denke einen Rückblick zu schreiben ergibt erst Sinn, wenn das vorherige nicht schon dokumentiert wurde. Bei einer schon dokumentierten Arbeit sollte man den Rückblick mündlich in der Klasse machen. Somit könnte man über die verschiedenen Sichtweisen diskutieren und viel mehr Profit daraus erzielen, weil so auch verschiedene Punkte zum Vorschein kommen, welche man gar nicht bedacht hat.
Eigentlich war unser Ziel eine beeindruckende Reportage zu schreiben, um eine möglichst gute Note zu bekommen. Nun, wir hatten nicht mit den etlichen Prüfungen, Zusatzhausaufgaben und Extravorträgen gerechnet. Auch nicht mit der Privatsphäre und geschlossenen Schulhäusern. All diese und noch weitere Faktoren liessen uns unsere Reportage mit einem unerwartet grossem Zeitdruck schreiben und das Resultat ist, meiner Meinung nach, auch dementsprechend rausgekommen. Wir haben versucht das Beste aus unserer Situation heraus zu machen und ich kann stolz sagen, dass wir sowohl die Reportage als auch die Biografie im Italienisch zum vereinbartem Zeitpunkt abgeben konnten.
Doch das stressige war nicht die Reportage an sich, sondern dieses wöchentliche Arbeitsjournal. Denn wir haben gut an die fünf Seiten reines Arbeitsjournal geschrieben. Beinahe mehr, als bei der eigentlichen Reportage von uns verlangt wurde. Da eine halbe Stunde lang Arbeitsjournal schreiben bei uns nicht für eine fünf reichte, schrieben wir an jedem Eintrag mindestens eine Stunde lang und wer dies nicht tat bekam nie etwas über eine fünf.
Ein wirklich unfairer Punkt diese Noten. Während die andere Halbklasse einfach einen langen Text schreiben musste, haben wir einen lange und gut durchdachte Kurzgeschichte schreiben müssen um eine Note über die fünf zu erreichten. Mit Leichtigkeit gelang es ihnen somit eine gute Note zu erreichen, während wir uns unsere guten Noten mühsam zusammenkratzen mussten. Vielleicht hätten unsere DeutschlehrerInnen vereinbaren müssen, nach welchen Kriterien das Arbeitsjournal hätte bewertet werden müssen.
Um auf ihren Vorschlag einzugehen und tiefgründigeren Texte zu schreiben, hat ein Teil unserer Halbklasse eine kurze und tiefgründige Geschichte erschaffen, die ich hier in meinem Blog aufgeschrieben habe. Sie heisst "Die schöne Blume". (Und bitte nicht ernst nehmen!)
Eine weitere Schwierigkeit war auch unsere Unerfahrenheit in Sachen Reportage schreiben. Etwa zwei Stunden lang hat uns Frau Sprecher einen äusserst interessanten und hilfreichen Vortrag über das Reportageschreiben vorgetragen, aber da die Konzentration des durchschnittlichen Menschen bloss eine viertel Stunde lang hält, kann man sich vorstellen, wieviel wir danach noch im Kopf behalten hatten. Mit diesem Wissen wurden wir sozusagen in diese sieben Wochen geworfen. Man hätte uns Blätter austeilen können mit den wichtigsten Punkten und genauer erklären können, was man genau von uns verlangte.
In der Gruppe zu arbeiten benötigt viel Geduld und Ruhe. Für mich war die Zusammenarbeit mit Chiara eine wertvolle Erfahrung, denn trotz des langsameren Vorankommen, konnte ich viel neues lernen und mit der Zeit ergänzten wir uns immer besser. Ich denke aber, dass eine grössere Gruppe nur hinderlich für die Reportage wäre.
Meine Erwartungen zum SOL-Projekt wurden nicht so ganz erfüllt. Ich habe erwartet, dass wir mehr Zeit gehabt hätten, die Reportage zu verfassen und weniger Zeit für das Arbeitsjournal hätten aufwenden müssen. Da wir bevor wir die Interviews durchgeführt hatten, nicht viel zur Reportage beitragen konnten, verloren wir einiges an Zeit, was sich, wie oben schon erwähnt, dementsprechend auf unsere Reportage auswirkte. Obwohl wir aus den Rückschlägen lernen konnten, raubten sie uns noch mehr wertvolle Zeit. Denn wir fielen schon bei der Auswahl des Themas mehrmals auf die Nase. Sowieso liess man uns zu wenig Zeit, das geeignete Thema auszusuchen, obwohl ich denke, dass wir und auch andere nichtsdestotrotz dazu fähig waren ein durchaus spannendes Thema zu wählen oder ein "langweiliges" spannend zu gestalten. Doch das ist etwas sehr individuelles, was von Gruppe zu Gruppe stark variierte.
Dies war mein Rückblick und somit habe ich mehr als sechs A4 Seiten Arbeitsjournal geschrieben.
Doch das stressige war nicht die Reportage an sich, sondern dieses wöchentliche Arbeitsjournal. Denn wir haben gut an die fünf Seiten reines Arbeitsjournal geschrieben. Beinahe mehr, als bei der eigentlichen Reportage von uns verlangt wurde. Da eine halbe Stunde lang Arbeitsjournal schreiben bei uns nicht für eine fünf reichte, schrieben wir an jedem Eintrag mindestens eine Stunde lang und wer dies nicht tat bekam nie etwas über eine fünf.
Ein wirklich unfairer Punkt diese Noten. Während die andere Halbklasse einfach einen langen Text schreiben musste, haben wir einen lange und gut durchdachte Kurzgeschichte schreiben müssen um eine Note über die fünf zu erreichten. Mit Leichtigkeit gelang es ihnen somit eine gute Note zu erreichen, während wir uns unsere guten Noten mühsam zusammenkratzen mussten. Vielleicht hätten unsere DeutschlehrerInnen vereinbaren müssen, nach welchen Kriterien das Arbeitsjournal hätte bewertet werden müssen.
Um auf ihren Vorschlag einzugehen und tiefgründigeren Texte zu schreiben, hat ein Teil unserer Halbklasse eine kurze und tiefgründige Geschichte erschaffen, die ich hier in meinem Blog aufgeschrieben habe. Sie heisst "Die schöne Blume". (Und bitte nicht ernst nehmen!)
Eine weitere Schwierigkeit war auch unsere Unerfahrenheit in Sachen Reportage schreiben. Etwa zwei Stunden lang hat uns Frau Sprecher einen äusserst interessanten und hilfreichen Vortrag über das Reportageschreiben vorgetragen, aber da die Konzentration des durchschnittlichen Menschen bloss eine viertel Stunde lang hält, kann man sich vorstellen, wieviel wir danach noch im Kopf behalten hatten. Mit diesem Wissen wurden wir sozusagen in diese sieben Wochen geworfen. Man hätte uns Blätter austeilen können mit den wichtigsten Punkten und genauer erklären können, was man genau von uns verlangte.
In der Gruppe zu arbeiten benötigt viel Geduld und Ruhe. Für mich war die Zusammenarbeit mit Chiara eine wertvolle Erfahrung, denn trotz des langsameren Vorankommen, konnte ich viel neues lernen und mit der Zeit ergänzten wir uns immer besser. Ich denke aber, dass eine grössere Gruppe nur hinderlich für die Reportage wäre.
Meine Erwartungen zum SOL-Projekt wurden nicht so ganz erfüllt. Ich habe erwartet, dass wir mehr Zeit gehabt hätten, die Reportage zu verfassen und weniger Zeit für das Arbeitsjournal hätten aufwenden müssen. Da wir bevor wir die Interviews durchgeführt hatten, nicht viel zur Reportage beitragen konnten, verloren wir einiges an Zeit, was sich, wie oben schon erwähnt, dementsprechend auf unsere Reportage auswirkte. Obwohl wir aus den Rückschlägen lernen konnten, raubten sie uns noch mehr wertvolle Zeit. Denn wir fielen schon bei der Auswahl des Themas mehrmals auf die Nase. Sowieso liess man uns zu wenig Zeit, das geeignete Thema auszusuchen, obwohl ich denke, dass wir und auch andere nichtsdestotrotz dazu fähig waren ein durchaus spannendes Thema zu wählen oder ein "langweiliges" spannend zu gestalten. Doch das ist etwas sehr individuelles, was von Gruppe zu Gruppe stark variierte.
Dies war mein Rückblick und somit habe ich mehr als sechs A4 Seiten Arbeitsjournal geschrieben.
Montag, 27. September 2010
Tagesjournal: 27.09.10, fünfte Woche
Die Studienwochen und die Ferien rücken immer näher, unsere Vorfreude steigt stetig. Noch aber kämpfen Vorfreude und Angst gegeneinander, wobei die Angst im Moment überwiegt.
Mit Angst meine ich die Angst vor den bevorstehenden Prüfungen im Italienisch, Biologie und Mathematik sowie auch die Angst vor den Abgabeterminen der Biographie im Italienisch und unserer Reportage im Deutsch, zuweilen beim Deutsch wöchentlich noch mindestens eine halbe Seite Arbeitsjournal dazukommt. Englisch und Französisch hatten wir gerade hinter uns, alle sind gespannt auf ihre Noten.
Das ist anstrengend, wir hören den Stress immer lauter rufen. Nichtsdestotrotz geben wir uns alle Mühe die Sache so gut zu machen, dass wir in jedem Fach mindestens eine genügende Note hinkriegen. So verhält es sich auch mit unserer Deutschreportage, beim Team Chiara Zarotti und Milena Uribe speziell über Obdachlose in der Stadt Zürich und das wichtigste hierbei ist, so fern ich vermute, das Endresultat, die vollendete Reportage. Dazu kommt auch noch das Arbeitjournal, wobei ich aber glaube, dass dies eher dazu da ist um zu kontrollieren, dass wir auch etwas für unsere Reportage tun und nicht bloss irgendwelche Hirngespinste oder Wikipediatexte abgeben werden.
Deswegen schreiben alle brav auf, was sie erledigt haben, was noch zu erledigen ist und was nicht zu erledigen gelungen ist. Wenn wir nichts zu schreiben haben (so wie ich jetzt gerade) versucht man sich über denn Sinn eines Arbeitsjournals Gedanken zu machen und unsere Pläne nochmals zu schildern.
Das Arbeitsjournal soll ausführlich sein und trotzdem soll man keine Details verraten, welche später im Endtexte vorkommen werden. Man soll erzählen wie man zu Informationen kam, was unsere Quellen waren. Hier kann ich sagen, dass wir, Chiara und ich, drei recht ausführliche Interviews durchführen konnten, einige weniger ausführliche Emailinterviews zur Verfügung haben und ebenfalls das Internet als Quelle besitzen. Somit ist, hoffe ich, genug Material vorhanden um unseren Endtext bis zum Abagetermin fertiggestellt zu haben.
Aus Fehlern lernt man, so war es bei uns jedenfalls. Wir haben gelernt uns vor dem Aufsuchen eines uns unbekannten Ortes, besser über dessen Lage zu informieren, dass die Privatsphäre wichtig ist und dass der Anfang immer am schwersten ist. Damit konnten wir uns von Tag zu Tag verbessern, und effizienter arbeiten. Nun hatten nicht alle Glück wie wir, andere haben alles richtig gemacht, alles gut durchgeplant und schlussendlich scheiterte ihr vorgehen an dritten (bzw. an vierten). Aber auch sie konnten sich aufrappeln und wieder weitermachen mit ihrer Reportage.
Unsere Pläne habe ich schon im letzten Arbeitsjournal geschildert und sie haben sich bis zu jetztigen Zeitpunkt nicht verändert oder erledigt. Deswegen bleibt unserer nächstes Ziel vorerst den groben Text zu vefassen, welcher dann später zu einer spannenden, eindrücklichen und lesenswerten Reportage über die Obdachlosigkeit in der Stadt Zürich verwandelt werden soll.
Das Team Chiara Zarotti und Milena Uribe, sprich (C)humz, sind bereit sich der Herausforderung zu stellen!
Montag, 20. September 2010
Tagesjournal: 20.09.10, vierte Woche
Ich weiss nicht was schreiben.
Deswegen schreibe ich einfach mal das auf was ich weiss.
Ich weiss dass das Team Chiara Zarotti und Milena Uribe nach mehreren erfolglosen Versuchen eindlich ein, nein sogar drei Interviews gemacht hat. Einerseits mit einem Angestellten bei den Sozialwerken Pfarrer Sieber und anderseits zwei mit Obdachlosen in Zürich. Das erste Interview mit M. war äusserst ausführlich, während die anderen beiden eher kurz ausfiehlen, was aber allein unsere Schuld war, da uns die Fragen schnell ausgegangen waren und wir uns nicht getrauten weiter nachzubohren. Um die Interviews in aller Ruhe zu analysieren und unser Gedächtnis wieder aufzufrischen habe wir uns vor den Interviews noch ein Diktiergerät gekauft, was nicht sehr billig war, sich aber als nützlich erwies. Wir hätten die Interviews auch mit dem Mobiltelefon aufnehmen können, doch die Qualität ist nicht annähernd so gut wie auf dem Diktiergerät.
Dass wir keine Weicheier sind weiss ich auch. Aus dem gleichen Grund wieso, dass (fast) niemand bei minus Temperaturen im Zürichsee baden geht, wird wohl auch keine Gruppe junger Punks, auch wenn obdachlos, bei Regen mitten auf der offenen Strasse sitzten. So nahmen wir schlichtwegs an, dass wir unsere Interviewkandidaten bei solchem Wetter nicht einfach so finden werden.
Wir werden demnächst das Gespräch mit der Gruppe Punks aufsuchen und hoffen, das Wetter werde uns nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht.
Wir werden demnächst das Gespräch mit der Gruppe Punks aufsuchen und hoffen, das Wetter werde uns nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht.
Am Freitag hat Chiara mich spontan (weil sie sonst einen sehr überfüllten Terminplan hat) zu sich nach Hause eingeladen, damit wir unser Rohmaterial zu einem ersten Text konventieren können. Zumindest teilweise.
Wir setzten uns vor den Computer und beschlossen unsere Informationen vorerst einfach dem Thema nach aufzulisten, um somit einen Überblick über unser bisheriges Material zu haben. Auch besprachen wir, wie genau wir vorgehen wollen, um einen strukturierten und interessanten Text zu gestalten. Unsere Idee war, dass wir Persönliches mit Fakten vermischen um Spannung in unsere Reportage einzubringen. Ebenso überlegten wir uns den ersten und den letzten Satz für den Text, weil dies angeblich entscheiden soll, ob der Leser interessiert weiterliest oder den Text schnell wieder beiseite legt. So schrieben wir die zwei Favoriten auf um sie nicht wieder zu vergessen.
Desweiteren haben wir eine Menge Flyers mit allen nötigen Informationen zu den Sozialwerken Pfarrer Sieber bekommen. Und weil sich unser Thema nicht nur um die Sozialwerke Pfarrer Sieber dreht, sondern um Obdachlose allgemein in Zürich (wovon uns M. ebenfalls sehr viel sagen konnte), nahmen wir auch noch verschiedenste Internetseiten zur Informationsquelle und schrieben sogar ein Email mit Interviewfragen an die Sozialbehörde von Zürich, welche uns sicher schon dreimal an einen Spezialisten auf dem Gebiet ,,Obdachlose" weitergeleitet hat. Bis zum jetztigen Zeitpunkt hat uns aber noch niemand die Intwerviewfragen beantwortet.
Bei den Internetseiten habe ich auch noch genauer darauf geschaut, was für Leute Sozialwerke ähnlich der Sozialwerke Pfarrer Sieber errichten. Dabei habe ich etwas Interessantes entdeckt, was aber erst in unserer Reportage verraten wird.
Das wär es wohl, weiter werden wir wahrscheinlich ein Email der Sozialbehörde mit den beantworteten Fragen zurückbekommen und diese mit den anderen Interviews auswerten und vergleichen. Wir werden weiter am rohen Text arbeiten, ihn in eine schöne Reportage transformieren und wenn nötig Lücken mit Informationen stopfen und unwichtigeres rausstreichen.
Dienstag, 14. September 2010
Tagesjournal: 13.09.10, dritte Woche
Unsere Interviews waren ein voller Erfolg.
Doch der Weg zur Sunestube stand uns teuer zu. Um genau zu sein kostete er uns 37.50 Fr.
Chiara und ich kamen auf die blendende Idee die Interviews mit einem Diktiergerät aufzunehmen. Im InterDiscount fanden wir schliesslich das günstigste Angebot für den oben genannten Preis inklusive vier Batterien und die Qualität war auch nicht schlecht.
Mit voller Montur ausgerüstet kamen wir also bei der Sunestube an und wurden sogleich freundlich von M. empfangen. Nachdem wir auch die anderen Anwesenden begrüsst hatten, setzten wir uns auf den Tisch und M. erklärte kurz und prägnant über was er mit uns sprechen würde. Vor M. lagen ein Haufen Broschüren und ein vollgeschriebenes Blatt was mich sehr erfreute, denn es zeigte, dass er sich vorbereitet hat und Interesse für unser Projekt zeigt. Dann begann ein unglaublich detailiertes Interview, wobei wir bis aus "okei" und "ja" nicht mehr viel sagten; M. erzählte uns alles was wir wissen wollten und eine Nachfrage unserer Seite war demnach nicht mehr nötig.
Und dieser ganze Tag war ein Erfolg.
M. konnte uns gerade zwei Menschen mit Erfahrung als Obdachloser zu einem Interview vereinbaren.
Diese Interviews waren um einiges persönlicher und werden äusserst wichtige und interessante Faktoren in unserer Reportage sein.
Ab vier Uhr kamen weitere Leute herein und es wurde auch etwas lauter, weshalb wir im Büro unser Interview weiterführen konnten um etwas Ruhe zu haben.
Die Personen die wir interviewten waren alle sehr freundlich und entgegenkommend, so will ich mich hier nochmals für ihre Bereitschaft mit uns ein Interview zu führen bedanken.
Weil Chiara an der 72 Stunden Aktion teilnahm, schrieb ich anstatt ihrer ein Email an die Sozialbehörde zurück, in dem ich ihnen unsere konkreten Fragen zusendete, damit sie uns an eine dafür spezialisierte Person weiterleiten kann.
Doch der Weg zur Sunestube stand uns teuer zu. Um genau zu sein kostete er uns 37.50 Fr.
Chiara und ich kamen auf die blendende Idee die Interviews mit einem Diktiergerät aufzunehmen. Im InterDiscount fanden wir schliesslich das günstigste Angebot für den oben genannten Preis inklusive vier Batterien und die Qualität war auch nicht schlecht.
Mit voller Montur ausgerüstet kamen wir also bei der Sunestube an und wurden sogleich freundlich von M. empfangen. Nachdem wir auch die anderen Anwesenden begrüsst hatten, setzten wir uns auf den Tisch und M. erklärte kurz und prägnant über was er mit uns sprechen würde. Vor M. lagen ein Haufen Broschüren und ein vollgeschriebenes Blatt was mich sehr erfreute, denn es zeigte, dass er sich vorbereitet hat und Interesse für unser Projekt zeigt. Dann begann ein unglaublich detailiertes Interview, wobei wir bis aus "okei" und "ja" nicht mehr viel sagten; M. erzählte uns alles was wir wissen wollten und eine Nachfrage unserer Seite war demnach nicht mehr nötig.
Und dieser ganze Tag war ein Erfolg.
M. konnte uns gerade zwei Menschen mit Erfahrung als Obdachloser zu einem Interview vereinbaren.
Diese Interviews waren um einiges persönlicher und werden äusserst wichtige und interessante Faktoren in unserer Reportage sein.
Ab vier Uhr kamen weitere Leute herein und es wurde auch etwas lauter, weshalb wir im Büro unser Interview weiterführen konnten um etwas Ruhe zu haben.
Die Personen die wir interviewten waren alle sehr freundlich und entgegenkommend, so will ich mich hier nochmals für ihre Bereitschaft mit uns ein Interview zu führen bedanken.
Weil Chiara an der 72 Stunden Aktion teilnahm, schrieb ich anstatt ihrer ein Email an die Sozialbehörde zurück, in dem ich ihnen unsere konkreten Fragen zusendete, damit sie uns an eine dafür spezialisierte Person weiterleiten kann.
Mittwoch, 8. September 2010
Die schöne Blume
Auf einer Wiese stand eine Blume. Sie war schön; blau mit roten Punkten in der Mitte.
Die Blume sprach zum Baum: ,,Hallo, wie geht es dir?"
Als der Baum die schöne Blume erblickte ward er grün vor Neid.
,,Ich bin schöner als du." sagte die Blume.
Da warden des Baumes prächtige grüne Blätter ganz braun und sie fielen ihm ab.
Nun stand der Baum braun und nackt vor der schönen Blume.
,,Ich bin schöner als du.", sagte die Blume.
Dienstag, 7. September 2010
Tagesjournal: 06.09.10, zweite Woche
Und sie birgt noch mehr Tücken.
Nachdem ich mich erneut mit dem Telefonbeantworter der Sozialwerke Pfarrer Sieber unterhalten musste, beschlossen Chiara und ich endgültig persönlich bei der Sunestube vorbei zu gehen.
Dienstags nach der Mittagspause informierten wir uns kurz über die Lage der Sunestube. Nun wir fanden heraus, dass sie in der Kreuzung zwischen der Militär- und der Langstrasse lag, doch die Hausnummer fanden wir nirgends.
„Wir finden das schon.“, dachten wir und die zwei gutgläubigen Menschen machten sich auf den Weg zu Pfarrer Sieber´s Sunestube.
Doch wir hatten uns mächtig getäuscht und nachdem wir jede Strasse in der Kreuzung mindestens viermal traversiert haben, mussten Chiara und ich einsehen, dass wir hoffnungslos versagt hatten. Niedergeschlagen machten wir uns auf den Heimweg.
Wer wagt, gewinnt. - so lautet das Sprichwort und so wagten wir uns eher spontan am Montag erneut auf die Suche nach der verborgenen Sunestube. Und siehe da! Wir fanden sie tatsächlich nicht sehr weit weg von der Kreuzung. Mit neu gewonnenen Optimismus traten wir ein.
In der Sunestube befanden sich mehrere Personen und wir waren zunächst verwirrt über die Tatsache, dass wir nicht wussten wen wir ansprechen sollten, doch wir wurden unmittelbar danach von einem Mann in Empfang genommen, der sich uns später als M.* vorstellte. Zuerst, so kam es mir vor, etwas misstrauisch, wurden wir gefragt, was wir den eigentlich wollten und Chiara nahm sogleich das Ruder in die Hand. Also versuchte sie einen Termin für eine Rundschau in der Sunestube und Interviews mit Obdachlosen auszuhandeln während ich M. Tattoos auf den Armen ins Visier nahm. Ich kenne M. nicht und deshalb will ich nicht über die Bedeutung seiner Tätowierungen urteilen, doch am interessantesten fand ich ein einfaches „C“ auf dem Unterarm.
Wie das Sprichwort schon sagt „gewannen“ wir einen Termin auf den nächsten Montag Nachmittag für die Rundschau und hoffentlich auch für ein Interview mit einem Zürcher Obdachlosen.
„Es ist schon schwierig mit „normalen“ Leuten einen Termin zu vereinbaren, mit Obdachlosen ist es noch schwieriger.“, war M.s Aussage und deswegen hoffen wir auf ein Interview mit einem Obdachlosen.
* Name dem Team Chiara Zarotti und Milena Uribe bekannt
* Name dem Team Chiara Zarotti und Milena Uribe bekannt
Dienstag, 31. August 2010
Reportage: Zeitplan
Obdachlose in der Stadt Zürich
1. Woche: -Sozialwerke Pfarrer Sieber anrufen
-Informationen im Internet suchen
-Zeitungsarchiv
2.-3. Woche: -Interviews durchführen --> Pfarrer Sieber, Angestellte, Obdachlose
-Freiwilligenarbeit bei Sozialwerke Pfarrer Sieber
-Grund (für uns)
4.-5. Woche: -Informationen auswerten
-Text verfassen
-Text überprüfen
-evtl. Informationen erweitern
-Text von Herr Lutz korrigieren lassen
6.-7. Woche: -Alles überarbeiten
-Abgabe
1.-7. Woche: -Reportagejournal bis jeweils am Dienstag auf Blogger stellen.
Sonntag, 29. August 2010
Tagesjournal: 24.08.10, erste Woche
Risse in der Stadt, doch was sollen wir nun als Haupthema für unsere Reportage nehmen?
Dies war wohl die wichtigste Frage die wir uns stellen mussten. Wir sollten darauf achten, dass es zeitlich in die sieben Wochen passte, es sich in Zürich befand und keine Gefahr für uns darstellte.
Unser erster Kandidat war das Rotlichtmilieu, doch wurde es uns wegen der Gefahr schon gleich zu Anfang an verboten. Als nächstes kam uns die Idee eine psychiatrische Anstalt zu besuchen und im Falle von Zürich wäre dies wohl das Burghölzli. Nun, hier gab man uns den Rat dieses Thema nicht zu nehmen, da wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht viel herausbekommen würden.
Sekten, dies wäre ein unheimlich spannendes Thema, doch die Betonung liegt auf "unheimlich" und weil wir von keinen Scientologen verfolgt werden wollten, entschieden wir uns gegen das Thema Sekten.
Chiara kam schlussendlich auf die geniale Idee, eine Reportage über einen, wenn möglich ungelösten, Kriminalfall in Zürich zu machen, also gingen wir frohen Mutes mit dem Tram zur Polizeistelle Zürich.
Dort fragten wir die zwei Polizisten, ob sie uns Kriminalakten freigeben konnten worauf gleich die Gegenfrage ,,Iri eigeni?" kam. Vielleicht sehen wir aus wie Verbrecher.
Dies war wohl die wichtigste Frage die wir uns stellen mussten. Wir sollten darauf achten, dass es zeitlich in die sieben Wochen passte, es sich in Zürich befand und keine Gefahr für uns darstellte.
Unser erster Kandidat war das Rotlichtmilieu, doch wurde es uns wegen der Gefahr schon gleich zu Anfang an verboten. Als nächstes kam uns die Idee eine psychiatrische Anstalt zu besuchen und im Falle von Zürich wäre dies wohl das Burghölzli. Nun, hier gab man uns den Rat dieses Thema nicht zu nehmen, da wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht viel herausbekommen würden.
Sekten, dies wäre ein unheimlich spannendes Thema, doch die Betonung liegt auf "unheimlich" und weil wir von keinen Scientologen verfolgt werden wollten, entschieden wir uns gegen das Thema Sekten.
Chiara kam schlussendlich auf die geniale Idee, eine Reportage über einen, wenn möglich ungelösten, Kriminalfall in Zürich zu machen, also gingen wir frohen Mutes mit dem Tram zur Polizeistelle Zürich.
Dort fragten wir die zwei Polizisten, ob sie uns Kriminalakten freigeben konnten worauf gleich die Gegenfrage ,,Iri eigeni?" kam. Vielleicht sehen wir aus wie Verbrecher.
Somit wäre auch dieses Thema an der Privatsphäre gescheitert.
Zu guter letzt kam uns die Idee über die Sozialwerke Pfarrer Sieber eine Reportage zu machen. Wobei selbst dieses Thema seine Tücken hatte und auch nach fünf Anrufen zu verschiedenen Tageszeiten immer noch der Anrufbeantworter am Telefon war. Deswegen werden wir am Dienstag persönlich bei den Sozialwerken Pfarrer Sieber vorbeigehen und um Freiwilligenarbeit und Interviews bitten.
Mittwoch, 5. Mai 2010
Nathan der Weise: Leseeindruck
Meines Erachtens liess sich die Geschichte wie ein roter Faden durch eine zähe Masse lesen. Als "roter Faden" bezeichne ich die Haupthandlungen, als "zähe Masse" jeden einzelnen Satz, jedes Wort, sei es noch so unbedeutend. Und genau dies war meine Sorge, nähmlich, dass man jeden Satz dreimal durchlesen muss um zu verstehen, was gerade am passieren ist, doch dem war nicht so. Ich verstand die Haupthandlungen der Geschichte, ohne, vorallem gegen den Schluss, die Sätze aufs genauste durchzulesen müssen. Was mich ebenfalls erstaunte, waren die mir gar nicht so fremden Wörter. "Nathan der Weise", schon der Titel liess mich glauben, in diesem Buch wimmle es nur so von Wörtern, welche ich höchstwahrscheinlich nicht verstehen werde. Nun, auch dem war nicht so und ich verstand eigentlich alle Wörter. Doch diese Satzstellungen schlugen mir entgegen wie ein kalter Wind; man will weiter, doch dieser Wind hindert uns am Weitergehen. Nur schon die Darstellung der Sätze macht es einem schwierig dieses kleine gelbe Buch nach ein paar Seiten nicht beiseite zu legen. Diese Satzstellung und die optische Darstellung der Sätze (die Absätze) machten es mir schwierig Gefallen am Lesen dieses Buches zu finden, obwohl ich die eigentliche Geschichte gar nicht unspannend finde. Ich denke, wenn man mehr Bücher lesen würde, die so geschrieben sind, würde sich unser Auge allmahlich daran gewöhnen und wir könnten uns auf die eigentliche Geschichte konzentrieren anstatt ständig über die uns ungewohnten Sätze zu stolpern.
Etwas, was mir auch aufgefallen ist, obschon die Figuren sehr hochgestochen miteinander sprachen und einander dementsprechend behandelten, war, dass man hinter dieser so korrekten Fassade die Unsicherheiten und Zweifel der einzelnen Figuren hindurchspüren konnte. Das beeindruckte mich und erleichterte es mir, mich in die Personen hineinzufühlen können. Ob heute oder damals, ob Jude, Muslime, Christ, Frau oder Mann, alle haben die gleichen Ängste und Hoffnungen. Ich glaube Lessing wollte uns vermitteln, dass wir alle gleich sind und hat es, bei mir jedenfalls, auch geschafft.
Ebenfalls ist das Buch für mich ein Buch über Toleranz. In diesem Fall über religiöse Toleranz und da es schon sehr früh (1779) geschrieben wurde, glaube ich, das dies ein grosser Schritt für die damaglige Zeit war, weil die Bevölkerung sehr viel homogener war als heute, was vorallem die Religionszugehörigkeit betrifft. Lessing urteilt oder verurteilt keine seiner Proganisten.
„Toleranz ist der Verdacht, daß der andere Recht hat.” Kurt Tucholsky.
Obwohl es nicht gerade das spannendste Buch war das ich gelesen hab und es auch an einiger Überwindung bedarf das ganze Buch zu lesen, finde ich es wichtig solche Literatur sicher einmal gelesen zu haben. Um das Lesen ein bisschen voranzutreiben las ich zuerst den Anfang, danach etwa von der hinteren Mitte zum Schluss und zuletzt den mittleren Teil.
Was Nathan über Religion sagt finde ich lehrreich und ich glaube man kann nur Gewinn aus dem Lesen von Lessings "Nathan der Weise" ziehen.
Etwas, was mir auch aufgefallen ist, obschon die Figuren sehr hochgestochen miteinander sprachen und einander dementsprechend behandelten, war, dass man hinter dieser so korrekten Fassade die Unsicherheiten und Zweifel der einzelnen Figuren hindurchspüren konnte. Das beeindruckte mich und erleichterte es mir, mich in die Personen hineinzufühlen können. Ob heute oder damals, ob Jude, Muslime, Christ, Frau oder Mann, alle haben die gleichen Ängste und Hoffnungen. Ich glaube Lessing wollte uns vermitteln, dass wir alle gleich sind und hat es, bei mir jedenfalls, auch geschafft.
Ebenfalls ist das Buch für mich ein Buch über Toleranz. In diesem Fall über religiöse Toleranz und da es schon sehr früh (1779) geschrieben wurde, glaube ich, das dies ein grosser Schritt für die damaglige Zeit war, weil die Bevölkerung sehr viel homogener war als heute, was vorallem die Religionszugehörigkeit betrifft. Lessing urteilt oder verurteilt keine seiner Proganisten.
„Toleranz ist der Verdacht, daß der andere Recht hat.” Kurt Tucholsky.
Obwohl es nicht gerade das spannendste Buch war das ich gelesen hab und es auch an einiger Überwindung bedarf das ganze Buch zu lesen, finde ich es wichtig solche Literatur sicher einmal gelesen zu haben. Um das Lesen ein bisschen voranzutreiben las ich zuerst den Anfang, danach etwa von der hinteren Mitte zum Schluss und zuletzt den mittleren Teil.
Was Nathan über Religion sagt finde ich lehrreich und ich glaube man kann nur Gewinn aus dem Lesen von Lessings "Nathan der Weise" ziehen.
Sonntag, 18. April 2010
Wer ist der Werwolf?
Einfach drauflos sprechen, nicht zu viel, nicht zu wenig, niemanden beschuldigen und immer für die Mehrheit sein.
Das mit dem drauflos sprechen birgt schon anfangs einige Schwierigkeiten. Erstens, man darf kein schweizerdeutsch sprechen, denn sonst landet man sogleich unter der Guillotine. Zweitens, in Fünfsätzen zu sprechen ist gar nicht so einfach, weil man nicht alle Zeit der Welt hat um sich seine Argumente zu überlegen und vorallem, weil wir noch keine Übung im Fünfsätzesprechen haben. Doch, wie man so schön sagt, Übung macht den Meister und nach den ersten, recht holperigen Anfängen, kamen die Sätze leicht über die Lippen der Spieler. Nun sagte mal jemand, ich glaube es war Stefanie, wer zuerst spricht wird ins Gras beissen müssen. Das kann so sein, muss aber nicht. Während des Beobabchtens, bemerkte ich, dass der Erste, der etwas sagt, meist jemand beschuldigt; das erzeugt meiner Meinung nach den Eindruck man wolle möglichst schnell jemanden umbringen und wer tötet ist automatisch ein Werwolf. Ich glaube unser Gehirn funktioniert so: Beschuldigen-->Töten-->Böse-->Werwolf
Aslo wenn jemand eine Person aus nicht uns allen ersichtlichen Gründen beschuldigt, hat dieser jemand die Absicht die Person zu töten. Jemand der tötet ist böse und die Bösen unter uns sind Werwölfe.
Dies führt schlussendlich dazu, dass jemand, der beschuldigt selbst beschuldigt wird, was meist tödlich für den beschuldigten Beschuldiger endet. Deshalb, nie jemanden als erstes beschuldigen, ausser man hat so hochgradige Argumente wieso jetzt diese Person sterben soll, dass sich alle auf die Seite des Beschuldigers schlagen, was jedoch wahrscheinlich mehr Übung bedarf. Daraus schliesse ich, dass nicht derjenige der zuerst spricht beschuldigt wird ein Werwolf zu sein, sonder derjenige, der zuerst jemanden beschuldigt.
Sich auf die Seite der Mehrheit zu stellen ist ebenfalls eine gute Taktik, solange man sich damit nicht in den eigenen Abgrund führt. Da finde ich Lukas ein gutes Beispiel. Er sagte nicht viel aber auch nicht zu wenig, war immer der gleichen Meinung wie die anderen, und wählte seine Opfer stets geschickt aus, sodass niemand einen Verdacht schöpfte. Nun muss man bedenkten, dass er der einzige Wolf war und somit freien Spielraum hatte; er konnte bei jeder Beschuldigung mitmachen, beziehungsweise sich immer auf die Seite der Mehrheit stellen, solange man nicht ihn beschuldigte, und das taten wir auch nicht. Lukas konnte sein eigenes Spiel spielen und zum Schluss blieben nur noch er und Stefanie übrig. Stefanie die viel sprach und immer wieder ihre Meinung änderte im bezug auf den/die mutmasslichen TäterInnen und Lukas, der beinahe nichts sagte und so gut wie keine eigene Meinung besass.
Gratuliere!! Ihr seid der perfekte Werwolf und die perfekte Unschuldige. Ihr habt, ohne euch irgendwie zu verstellen, das Spiel fertig gespielt.
Das mit dem drauflos sprechen birgt schon anfangs einige Schwierigkeiten. Erstens, man darf kein schweizerdeutsch sprechen, denn sonst landet man sogleich unter der Guillotine. Zweitens, in Fünfsätzen zu sprechen ist gar nicht so einfach, weil man nicht alle Zeit der Welt hat um sich seine Argumente zu überlegen und vorallem, weil wir noch keine Übung im Fünfsätzesprechen haben. Doch, wie man so schön sagt, Übung macht den Meister und nach den ersten, recht holperigen Anfängen, kamen die Sätze leicht über die Lippen der Spieler. Nun sagte mal jemand, ich glaube es war Stefanie, wer zuerst spricht wird ins Gras beissen müssen. Das kann so sein, muss aber nicht. Während des Beobabchtens, bemerkte ich, dass der Erste, der etwas sagt, meist jemand beschuldigt; das erzeugt meiner Meinung nach den Eindruck man wolle möglichst schnell jemanden umbringen und wer tötet ist automatisch ein Werwolf. Ich glaube unser Gehirn funktioniert so: Beschuldigen-->Töten-->Böse-->Werwolf
Aslo wenn jemand eine Person aus nicht uns allen ersichtlichen Gründen beschuldigt, hat dieser jemand die Absicht die Person zu töten. Jemand der tötet ist böse und die Bösen unter uns sind Werwölfe.
Dies führt schlussendlich dazu, dass jemand, der beschuldigt selbst beschuldigt wird, was meist tödlich für den beschuldigten Beschuldiger endet. Deshalb, nie jemanden als erstes beschuldigen, ausser man hat so hochgradige Argumente wieso jetzt diese Person sterben soll, dass sich alle auf die Seite des Beschuldigers schlagen, was jedoch wahrscheinlich mehr Übung bedarf. Daraus schliesse ich, dass nicht derjenige der zuerst spricht beschuldigt wird ein Werwolf zu sein, sonder derjenige, der zuerst jemanden beschuldigt.
Sich auf die Seite der Mehrheit zu stellen ist ebenfalls eine gute Taktik, solange man sich damit nicht in den eigenen Abgrund führt. Da finde ich Lukas ein gutes Beispiel. Er sagte nicht viel aber auch nicht zu wenig, war immer der gleichen Meinung wie die anderen, und wählte seine Opfer stets geschickt aus, sodass niemand einen Verdacht schöpfte. Nun muss man bedenkten, dass er der einzige Wolf war und somit freien Spielraum hatte; er konnte bei jeder Beschuldigung mitmachen, beziehungsweise sich immer auf die Seite der Mehrheit stellen, solange man nicht ihn beschuldigte, und das taten wir auch nicht. Lukas konnte sein eigenes Spiel spielen und zum Schluss blieben nur noch er und Stefanie übrig. Stefanie die viel sprach und immer wieder ihre Meinung änderte im bezug auf den/die mutmasslichen TäterInnen und Lukas, der beinahe nichts sagte und so gut wie keine eigene Meinung besass.
Gratuliere!! Ihr seid der perfekte Werwolf und die perfekte Unschuldige. Ihr habt, ohne euch irgendwie zu verstellen, das Spiel fertig gespielt.
Sonntag, 4. April 2010
Roman Abramowitsch und alle
Er gehört zu einem der reichsten Menschen der Welt. Das war es, was ich als erstes von Roman Abramowitsch erfuhr. Wieder so einer, dachte ich mir. Ein Reicher, der sich alles leisten kann, was er will. Wahrscheinlich reiche Eltern, die ihm die Karriere "gekauft" haben. Leute, die nicht wissen wie es ist, und wahrscheinlich nie wissen werden, wenn man mal auf etwas verzichten muss, aus dem uns einfachen Grund, weil es zu teuer ist.
Doch der Russe Roman Abramowitsch ist ein Mensch, der es geschafft hat, von der untersten Stufe auf die oberste Stufe zu steigen.
Sein Leben fing nicht derade rosig an. Schon in jungen Jahren verliert er seine Eltern, seine Mutter stirbt bei einer Abtreibung und sein Vater wird von einem Kran erschlagen, sodass Roman Abramowitsch mit vier Jahren bereits ein Weise ist. Er studiert, macht weiter bis er mit einundzwanzig ein Unternehmen namens "Ujut" gründet. Dort stellt er Gummienten und Fussbälle her. Fertig? Nein, erst der kleine Anfang. Roman Abramowitsch schaffte es, mit wahrscheinlich gefälschten Dokumenten, in das Erdölgeschäft einzusteigen und zum damals wichtigsten Oligarchen von Wladimir Putin aufzusteigen. Er bestitz Yachten, Gemälde und sogar einen Fussballclub.
Er ist ein Mensch, der es geschafft hat aus dem Nichts, etwas Riesiges, Gigantisches auzubauen, dessen Umfang wir uns nicht mal vorstellen können. Mich interessiert kein Erdöl, keine Yachten, keine Fussballclubs oder Geld, mich beeindruck einzig und allein der Mensch, der es geschafft hat etwas zu erreichen, von dem wahrscheinlich nicht mal er selbst geträumt haben mag. Einer, der immer weiter gegangen ist, ohne auzfzugeben, ohne zu stoppen. Und nun gehört er mit seinen vierundvierzig Jahren zu den reichsten Menschen der Welt. Dies zeigt mir, dass jeder etwas erreichen kann. Sei es sein eigenes Haus bauen oder vom drei-Meter Sprungbrett herunterzuspringen. Wenn man den Willen hat, erreicht man alles.
Dieser Wille ist etwas, was mich ungemein beeindruckt. Ich besitze nicht viel Durchhaltevermögen, weshalb ich allle Leute bewundere, die dies besitzen.
Doch eigentlich bin ich von allen Leuten beeindruckt. Jeder hat mit seinen eigenen, ganz persönlichen Problemen zu kämpfen, jeder versucht irgendwie damit klarzukommen; wenn das nicht so wäre, wäre unsere Welt schon längst dem Untergang geweiht. Dein grösstes Problem mag für andere ein kleines sein, andere Probleme scheinen dir klein, während sie für den anderen gross sind. Und wie alle damit klarkommen, das beeindruckt mich. Kurz gesagt, ich bin beeindruckt von jedem Menschen auf dieser Welt.
Doch der Russe Roman Abramowitsch ist ein Mensch, der es geschafft hat, von der untersten Stufe auf die oberste Stufe zu steigen.
Sein Leben fing nicht derade rosig an. Schon in jungen Jahren verliert er seine Eltern, seine Mutter stirbt bei einer Abtreibung und sein Vater wird von einem Kran erschlagen, sodass Roman Abramowitsch mit vier Jahren bereits ein Weise ist. Er studiert, macht weiter bis er mit einundzwanzig ein Unternehmen namens "Ujut" gründet. Dort stellt er Gummienten und Fussbälle her. Fertig? Nein, erst der kleine Anfang. Roman Abramowitsch schaffte es, mit wahrscheinlich gefälschten Dokumenten, in das Erdölgeschäft einzusteigen und zum damals wichtigsten Oligarchen von Wladimir Putin aufzusteigen. Er bestitz Yachten, Gemälde und sogar einen Fussballclub.
Er ist ein Mensch, der es geschafft hat aus dem Nichts, etwas Riesiges, Gigantisches auzubauen, dessen Umfang wir uns nicht mal vorstellen können. Mich interessiert kein Erdöl, keine Yachten, keine Fussballclubs oder Geld, mich beeindruck einzig und allein der Mensch, der es geschafft hat etwas zu erreichen, von dem wahrscheinlich nicht mal er selbst geträumt haben mag. Einer, der immer weiter gegangen ist, ohne auzfzugeben, ohne zu stoppen. Und nun gehört er mit seinen vierundvierzig Jahren zu den reichsten Menschen der Welt. Dies zeigt mir, dass jeder etwas erreichen kann. Sei es sein eigenes Haus bauen oder vom drei-Meter Sprungbrett herunterzuspringen. Wenn man den Willen hat, erreicht man alles.
Dieser Wille ist etwas, was mich ungemein beeindruckt. Ich besitze nicht viel Durchhaltevermögen, weshalb ich allle Leute bewundere, die dies besitzen.
Doch eigentlich bin ich von allen Leuten beeindruckt. Jeder hat mit seinen eigenen, ganz persönlichen Problemen zu kämpfen, jeder versucht irgendwie damit klarzukommen; wenn das nicht so wäre, wäre unsere Welt schon längst dem Untergang geweiht. Dein grösstes Problem mag für andere ein kleines sein, andere Probleme scheinen dir klein, während sie für den anderen gross sind. Und wie alle damit klarkommen, das beeindruckt mich. Kurz gesagt, ich bin beeindruckt von jedem Menschen auf dieser Welt.
Montag, 29. März 2010
Creative Writing: Geschichte ohne Quellenangabe
Gedanken
Es ist der Augenblick bevor ich mich ihr zeige. Ich weiss, dass sie sterben wird, und sobald sie mich sieht, weiss sie es ebenfalls.
Sie betrachtet das Sprungbrett und streckt sich . Sie stösst ihre Füsse vom Brett. Ich will, dass sie mich sieht, während sie in der Luft schwebt. Noch bevor sie das Wasser berührt.
In diesem Sekundenbruchteil treffen sich unsere Blicke. Ich sehe den Ausdruck auf ihrem Gesicht, ehe sie in das Wasser eintaucht.
Noch bevor sie wieder an die Oberfläche gelangt , habe ich sie erreicht. Ich presse sie an meine Brust und muss lachen, als sie um sich schlägt und mit den Beinen strampelt. Wie dämlich sie sich anstellt. Diese dummen Mädchen. Ein Gesicht blöder als das andere. Mädchen, sie sehen alle gleich aus.
Nach Luft ringend, öffnet sie den Mund und schluckt Wasser. Dann letztendlich, kommen die letzten Schwachen Zuckungen und ihr Körper beginnt zu erschlaffen.
Ich gehe aus dem Schwimmbad, an der Bücherei vorbei und beschleunige meine Schritte. Schliesslich lehne ich mich an die Kirchenmauer, stossweise atmend, und dem Knirschen der eigenen Zähne lauschend.
Mit dem Zähneknirschen hatte ich bereits vor der Adoleszenz angefangen. Eine hatte mir erzählt, dass man dies Bruxismus nannte. Immer glaubt sie, sie wär so viel schlauer als ich.
Mein Vater, mein Vater glaubte dies auch. Wir hatten so ein Spiel, Vater sagte mir etwas und ich tat es nicht. Er war Fotograf, kein guter, er hatte so eine Dunkelkammer. Einmal da haben wir wieder dieses Spiel gespielt, er steckte mich in diese Dunkelkammer und schloss die Türe ab. Ich schrie und schrie, ich wollte raus, dann plötzlich wurde alles still um mich, ganz still, ich habe wirklich gedacht ich müsste sterben. Mein Vater hatte mich den ganzen Tag dort drinnen gelassen.
Und in der zweiten Klasse, da war ich neun Jahre alt gewesen und habe bei einer Theateraufführung mitmachen müssen. Ich hatte nur einen Satz, einen kurzen, aufzusagen, nur einen einzigen. Und auf der Bühne vor all diesen Leuten fing ich heftig an zu stottern, sodass alle Kinder, meine Mitschülerinnen, und sogar einige Eltern anfingen höhnisch zu kichern. Das letzte Wort blieb mir im Halse stecken, Tränen kullerten meine Wangen runter und ich war von der Bühne gerannt; von der Bühne an meinen Vater vorbei, der mich aber abfing und mich vor aller Augen georfeigt hatte. Schwächling nannte er mich. Und danach nannte man mich ethisch abgestumpft. Denn nach diesem Geschehnis trockneten meine Augen aus und ich weinte keine einzige Träne mehr. Ich weine innerlich. Ich stelle mir vor, wie in meinem Innern alles von meinen Tränen überflutet wird und sich alles langsam drin auflöst. Keine Lungen, keine Nieren, kein Herz.
Mein Vater liegt schon lange unter der Erde begraben, Diagnose: Lungenkrebs. Mit etwas hatte mein Vater recht, wer etwas anstellt wird bestraft. Ja, alles kommt zurück.
Aber mit dem Bruxismus hatten alle verkehrt gelegen. In einem medizinischen Wörterbuch wird Bruxismus als Zähneknirschen während des Schlafes erklärt, und das tue ich nicht. Nein, bei mir handelt es sich um Bruxomanie und dies bedeutet auch nicht dass ich irgendwie psychisch krank bin oder so. Zwanghaft, neurotisch, aber nicht psychotisch. Psychotisch, so was gibt es doch gar nicht. Diese psychischen Krankheiten sind doch nur erfunden. Jeden Tag fügt man neue psychische Krankheiten in das Lexikon für psychische Krankheiten hinzu. Heutzutage ist alles ein Symptom für eine psychische Störung. Zerfahrenheit, Verschrobenheit, unmotiviertes Lächeln, Landstreicherei, Verwahrlosung, ausgeprägte Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche; schon wenn jemand einen schlechten Tag hat wird er als depressiv angesehen. Wenn etwas schlimmes geschieht schiebt man alles auf unsere „Psychos„ zu, doch man soll nicht die verurteilen, die so was wie Amoklauf oder Vergewaltigungen machen, man soll die verurteilen, die sie zu einem Amokläufer und Vergewaltiger, gemacht haben. Diese Scheinheiligen, das sind grösstenteils die ,welche alle diese Krankheiten in das Lexikon psychischer Störungen eintragen, weil sie nicht einsehen können, dass sie an allem Schuld sind. Die verlorene Jugend stellt für sie somit kein Problem mehr dar, man schliesst sie schnell weg, steckt sie in eine Psychiatrie.
Genau die sind es, die man verurteilen sollte.
Und der Ekel, ja, neulich empfinde ich ihn immer mehr wenn sie mich berührt. Er ist so etwas wie ein süsslicher Abscheu. Wie scheusslich ist es! Er geht von ihr aus und greift auf meine Hände über. Ja, das ist es ganz bestimmt: eine Art Ekel in meinen Händen. Wenn sie mich berührt da ist es mir unerträglich. Wenn sie mich berührt ja, doch lebt sie nicht mehr, kann sie sich nicht mehr bewegen und mich nicht mehr berühren. Unmenschlich, könnte man denken, ein so genanntes Leben auszulöschen nur um den Ekel loszuwerden, doch im Unmenschlichen steckt auch immer menschliches, demnach tue ich ja eigentlich allen einen gefallen; so muss niemand diesen Ekel über sich ergehen lassen und jeder ist frei, kann tun was er will. Befreit vom scheinparanoiden weiblichen Geschlecht, welches mit ihren peinlichen Geschrei nur Panik herbeiruft; immer ohne Grund.
Die Welt wäre ein besserer Ort, dessen bin ich mir bewusst.
Manchmal, lasse ich mich in einen samtenen Sessel fallen, der in der Mitte eines purpurnen Schlosses steht. Das Schloss ist mein Herz. Es liegt weit weg, in einer Wüste, getarnt hinter einer Düne. Dort kann ich mich von der Mühsal des Tages auszuruhen. Dort, in meinem Schloss, fällt alle Nervosität, alle Zweifel und Unsicherheit von mir ab, und mich erfüllt herrliche Ruhe. Doch mein Schloss wird zerstört, denn meine Tränen lösen mein Herz auf; der Ekel wird immer stärker, sodass ich innerlich immer mehr weine und mein Herz und mit ihm mein imaginäres Schloss sich auflöst, für immer. Ja, der Ekel, muss bekämpft werden.
Sie beobachtet den jungen Mann, der in den Bus einsteigt und sich ihr gegenüber setzt, weil die meisten anderen Plätze schon besetzt sind. Der Bus fährt ab. Sie beäugt den jungen Mann, der ein interessantes Gesicht hat, er wirkt leicht angespannt auf sie. Dennoch schaut der junge Mann zu ihr und schenkt ihr ein schüchternes Lächeln.
Das Gewicht der grossen Einkaufstasche drückt auf ihren Beinen; der Bus macht eine scharfe Kurve und ihr rutscht ihr Hausschlüssel auf den Boden, den sie aus der Tasche gepackt hat um ihn dann vor der Haustüre nicht noch herauszusuchen müssen. Der junge Mann bückt sich, greift nach dem Schlüssel und übergibt in ihr. Ihre Hände streifen sich kurz. Sie bedankt sich mit einem Lächeln und steigt bei der nächsten Haltestelle aus dem Bus. Zu Hause angekommen steckt sie den Schlüssel in das Schloss und der schöne junge Mann kommt ihr in den Sinn. Was er wohl gerade macht? Danach denkt sie nicht weiter darüber nach. In nicht allzu langer Zeit wird sie sich wieder an ihn erinnern.
Nein, nein, nicht noch mehr Ekel. Dieser Ekel überall, mein Herz löst sich mehr und mehr auf. Nur helfen wollte ich doch. Ich glaube, nein ich bin mir sicher, sie macht es absichtlich, wie mit einer Krankheit infiziert sie mich mit ihrem Ekel. Getarnt mit einem falschem Danke, hat sie mir böse ins Gesicht gelacht. Das ist alles mit Absicht.
In wenigen Tagen wird ein junger Mann sich am helllichten Tage vor einen herbeifahrenden Zug werfen. Der Zug wird nicht bremsen können. Der junge Mann wird noch vor Ort sterben.
Samstag, 27. März 2010
Das
Der da. Ja, genau der.
Doch wieso eigentlich der? Warum nicht die oder gleich das?
Natürlich, alles muss seine Ordnung habe, nichts darf aus der Reihe tanzen. Schön unterteilt in die und der, aber das, dies gibt es bei uns nicht. Mann-Frau, Mädchen-Jungs. Doch nun frage ich, mich was ist mit dem dazwischen? Was ist mit den Menschen, diese "das"? Eigentlich ganz einfach, weder die noch der. Sie befinden sich im fliessenden Strom zwischen der und die. Doch man sieht sie nicht, ignoriert sie; wir haben Angst vor Anderes. Und jetzt fragt man sich, wieso haben wir Angst... Nun denn, diese Frage müsst ihr euch schon selbst beantworten, ich weiss nicht was in den Köpfen andere Leute so vorgeht. Aber eine Vermutung kann ich anstellen. Wie wär es mit der Erziehung. Wir, jedenfalls die meisten von uns, wurden so erzogen, alles schwarz und weiss, aber die Grauzone wurde bei der Erziehung einfach weggelassen. Natürlich haben die Erziehungsberechtigten nicht alle "Schuld" am Unwissen ihrer Sprösslinge, die welche die Grauzone noch nie betreten haben, geschweige davon gehört. Ihre Eltern haben sie ebenfalls weggelassen, die Grauzone, und deren Eltern auch wieder. Jeder hatte Angst die Grauzone, das, in die Erziehung einzuführen. So kam es, dass man uns, den Kindern, immer verschwiegen hat, das auch noch etwas dazwischen existiert. Und so kommt es, dass wir Angst vor dem das haben. Meine These. Und was ist nun eure?
Wenn ihr noch keine gefunden habt, werde ich also eine zweite These aufstellen. Mit dieser Theorie meiner Seite will ich mehr die Angst vor dem das begründen, nicht das Unwissen. Die Medien. Dort läuft es meist so ab: das - Operation - der - Operation - die, dann kommt ein Interview in irgend einer normalen Zeitung. Ja, ja ich fühle mich wunderbar. Dann kommt in ein, zwei Jahren der nächste Artikel. Operation, wieder der. Die Leute haben diese Geschichte verfolgt, denken sich was für arme Menschen das sein müssen. Und plötzlich fragt uns einer, warum diese nicht das bleiben? Wir denken nein nein alles muss seine Ordnung haben, nichts aus der Reihe tanzen. Es gibt nichts dazwischen.
Nun ja, nicht alle Medien machen uns damit Angst. Da gibt es Filme wie zum Beispiel der Film "XXY"
Doch wieso eigentlich der? Warum nicht die oder gleich das?
Natürlich, alles muss seine Ordnung habe, nichts darf aus der Reihe tanzen. Schön unterteilt in die und der, aber das, dies gibt es bei uns nicht. Mann-Frau, Mädchen-Jungs. Doch nun frage ich, mich was ist mit dem dazwischen? Was ist mit den Menschen, diese "das"? Eigentlich ganz einfach, weder die noch der. Sie befinden sich im fliessenden Strom zwischen der und die. Doch man sieht sie nicht, ignoriert sie; wir haben Angst vor Anderes. Und jetzt fragt man sich, wieso haben wir Angst... Nun denn, diese Frage müsst ihr euch schon selbst beantworten, ich weiss nicht was in den Köpfen andere Leute so vorgeht. Aber eine Vermutung kann ich anstellen. Wie wär es mit der Erziehung. Wir, jedenfalls die meisten von uns, wurden so erzogen, alles schwarz und weiss, aber die Grauzone wurde bei der Erziehung einfach weggelassen. Natürlich haben die Erziehungsberechtigten nicht alle "Schuld" am Unwissen ihrer Sprösslinge, die welche die Grauzone noch nie betreten haben, geschweige davon gehört. Ihre Eltern haben sie ebenfalls weggelassen, die Grauzone, und deren Eltern auch wieder. Jeder hatte Angst die Grauzone, das, in die Erziehung einzuführen. So kam es, dass man uns, den Kindern, immer verschwiegen hat, das auch noch etwas dazwischen existiert. Und so kommt es, dass wir Angst vor dem das haben. Meine These. Und was ist nun eure?
Wenn ihr noch keine gefunden habt, werde ich also eine zweite These aufstellen. Mit dieser Theorie meiner Seite will ich mehr die Angst vor dem das begründen, nicht das Unwissen. Die Medien. Dort läuft es meist so ab: das - Operation - der - Operation - die, dann kommt ein Interview in irgend einer normalen Zeitung. Ja, ja ich fühle mich wunderbar. Dann kommt in ein, zwei Jahren der nächste Artikel. Operation, wieder der. Die Leute haben diese Geschichte verfolgt, denken sich was für arme Menschen das sein müssen. Und plötzlich fragt uns einer, warum diese nicht das bleiben? Wir denken nein nein alles muss seine Ordnung haben, nichts aus der Reihe tanzen. Es gibt nichts dazwischen.
Nun ja, nicht alle Medien machen uns damit Angst. Da gibt es Filme wie zum Beispiel der Film "XXY"
Ein Film über eine zur sie gemachten Jungendlichen, die sich schlussendlich entscheidet das zu bleiben und somit ihre Hormonbehandlung abstellt und glücklich ist. Solche Filme wollen uns übermitteln, dass nebst dem einen und dem anderen auch etwas dazwischen existiert, das für die betroffene Person gar kein Problem darstellt , sondern nur wir ein Problem damit haben. Nicht alle natürlich. Immer mehr versuchen wir Andersartigkeit zu akzeptieren. Ist halt nicht immer einfach, aber wir müssen diesen Schritt wagen, sonst werden wir nie genug offen sein für neues. Wir würden uns mental nicht weiterentwickeln. Also geben wir uns einen Ruck und akzeptieren. Akzeptieren um deren Menschen willen, um unserer Willen. Denn, was ist schon normal?
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Toleranz
Donnerstag, 25. März 2010
Creative Writing: Geschichte mit Quellenangaben
Gedanken
Es ist der Augenblick bevor ich mich ihr zeige. Ich weiss, dass sie sterben wird, und sobald sie mich sieht, weiss sie es ebenfalls.
Sie betrachtet das Sprungbrett und streckt sich . Sie stösst ihre Füsse vom Brett. Ich will, dass sie mich sieht, während sie in der Luft schwebt. Noch bevor sie das Wasser berührt.
In diesem Sekundenbruchteil treffen sich unsere Blicke. Ich sehe den Ausdruck auf ihrem Gesicht, ehe sie in das Wasser eintaucht.
Noch bevor sie wieder an die Oberfläche gelangt , habe ich sie erreicht. Ich presse sie an meine Brust und muss lachen, als sie um sich schlägt und mit den Beinen strampelt. Wie dämlich sie sich anstellt. Diese dummen Mädchen. Ein Gesicht blöder als das andere. Mädchen, sie sehen alle gleich aus.
Nach Luft ringend, öffnet sie den Mund und schluckt Wasser. Dann letztendlich, kommen die letzten Schwachen Zuckungen und ihr Körper beginnt zu erschlaffen.
Ich gehe aus dem Schwimmbad, an der Bücherei vorbei und beschleunige meine Schritte. Schliesslich lehne ich mich an die Kirchenmauer, stossweise atmend, und dem Knirschen der eigenen Zähne lauschend.
Mit dem Zähneknirschen hatte ich bereits vor der Adoleszenz angefangen. Eine hatte mir erzählt, dass man dies Bruxismus nannte. Immer glaubt sie, sie wär so viel schlauer als ich.
Mein Vater, mein Vater glaubte dies auch. Wir hatten so ein Spiel, Vater sagte mir etwas und ich tat es nicht. Er war Fotograf, kein guter, er hatte so eine Dunkelkammer. Einmal da haben wir wieder dieses Spiel gespielt, er steckte mich in diese Dunkelkammer und schloss die Türe ab. Ich schrie und schrie, ich wollte raus, dann plötzlich wurde alles still um mich, ganz still, ich habe wirklich gedacht ich müsste sterben. Mein Vater hatte mich den ganzen Tag dort drinnen gelassen.
Und in der zweiten Klasse, da war ich neun Jahre alt gewesen und habe bei einer Theateraufführung mitmachen müssen. Ich hatte nur einen Satz, einen kurzen, aufzusagen, nur einen einzigen. Und auf der Bühne vor all diesen Leuten fing ich heftig an zu stottern, sodass alle Kinder, meine Mitschülerinnen, und sogar einige Eltern anfingen höhnisch zu kichern. Das letzte Wort blieb mir im Halse stecken, Tränen kullerten meine Wangen runter und ich war von der Bühne gerannt; von der Bühne an meinen Vater vorbei, der mich aber abfing und mich vor aller Augen georfeigt hatte. Schwächling nannte er mich. Und danach nannte man mich ethisch abgestumpft. Denn nach diesem Geschehnis trockneten meine Augen aus und ich weinte keine einzige Träne mehr. Ich weine innerlich. Ich stelle mir vor, wie in meinem Innern alles von meinen Tränen überflutet wird und sich alles langsam drin auflöst. Keine Lungen, keine Nieren, kein Herz.
Mein Vater liegt schon lange unter der Erde begraben, Diagnose: Lungenkrebs. Mit etwas hatte mein Vater recht, wer etwas anstellt wird bestraft. Ja, alles kommt zurück.
Aber mit dem Bruxismus hatten alle verkehrt gelegen. In einem medizinischen Wörterbuch wird Bruxismus als Zähneknirschen während des Schlafes erklärt, und das tue ich nicht. Nein, bei mir handelt es sich um Bruxomanie und dies bedeutet auch nicht dass ich irgendwie psychisch krank bin oder so. Zwanghaft, neurotisch, aber nicht psychotisch. Psychotisch, so was gibt es doch gar nicht. Diese psychischen Krankheiten sind doch nur erfunden. Jeden Tag fügt man neue psychische Krankheiten in das Lexikon für psychische Krankheiten hinzu. Heutzutage ist alles ein Symptom für eine psychische Störung. Zerfahrenheit, Verschrobenheit, unmotiviertes Lächeln, Landstreicherei, Verwahrlosung, ausgeprägte Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche; schon wenn jemand einen schlechten Tag hat wird er als depressiv angesehen. Wenn etwas schlimmes geschieht schiebt man alles auf unsere „Psychos„ zu, doch man soll nicht die verurteilen, die so was wie Amoklauf oder Vergewaltigungen machen, man soll die verurteilen, die sie zu einem Amokläufer und Vergewaltiger, gemacht haben. Diese Scheinheiligen, das sind grösstenteils die ,welche alle diese Krankheiten in das Lexikon psychischer Störungen eintragen, weil sie nicht einsehen können, dass sie an allem Schuld sind. Die verlorene Jugend stellt für sie somit kein Problem mehr dar, man schliesst sie schnell weg, steckt sie in eine Psychiatrie.
Genau die sind es, die man verurteilen sollte.
Und der Ekel, ja, neulich empfinde ich ihn immer mehr wenn sie mich berührt. Er ist so etwas wie ein süsslicher Abscheu. Wie scheusslich ist es! Er geht von ihr aus und greift auf meine Hände über. Ja, das ist es ganz bestimmt: eine Art Ekel in meinen Händen. Wenn sie mich berührt da ist es mir unerträglich. Wenn sie mich berührt ja, doch lebt sie nicht mehr, kann sie sich nicht mehr bewegen und mich nicht mehr berühren. Unmenschlich, könnte man denken, ein so genanntes Leben auszulöschen nur um den Ekel loszuwerden, doch im Unmenschlichen steckt auch immer menschliches, demnach tue ich ja eigentlich allen einen gefallen; so muss niemand diesen Ekel über sich ergehen lassen und jeder ist frei, kann tun was er will. Befreit vom scheinparanoiden weiblichen Geschlecht, welches mit ihren peinlichen Geschrei nur Panik herbeiruft; immer ohne Grund.
Die Welt wäre ein besserer Ort, dessen bin ich mir bewusst.
Manchmal, lasse ich mich in einen samtenen Sessel fallen, der in der Mitte eines purpurnen Schlosses steht. Das Schloss ist mein Herz. Es liegt weit weg, in einer Wüste, getarnt hinter einer Düne. Dort kann ich mich von der Mühsal des Tages auszuruhen. Dort, in meinem Schloss, fällt alle Nervosität, alle Zweifel und Unsicherheit von mir ab, und mich erfüllt herrliche Ruhe. Doch mein Schloss wird zerstört, denn meine Tränen lösen mein Herz auf; der Ekel wird immer stärker, sodass ich innerlich immer mehr weine und mein Herz und mit ihm mein imaginäres Schloss sich auflöst, für immer. Ja, der Ekel, muss bekämpft werden.
Sie beobachtet den jungen Mann, der in den Bus einsteigt und sich ihr gegenüber setzt, weil die meisten anderen Plätze schon besetzt sind. Der Bus fährt ab. Sie beäugt den jungen Mann, der ein interessantes Gesicht hat, er wirkt leicht angespannt auf sie. Dennoch schaut der junge Mann zu ihr und schenkt ihr ein schüchternes Lächeln.
Das Gewicht der grossen Einkaufstasche drückt auf ihren Beinen; der Bus macht eine scharfe Kurve und ihr rutscht ihr Hausschlüssel auf den Boden, den sie aus der Tasche gepackt hat um ihn dann vor der Haustüre nicht noch herauszusuchen müssen. Der junge Mann bückt sich, greift nach dem Schlüssel und übergibt in ihr. Ihre Hände streifen sich kurz. Sie bedankt sich mit einem Lächeln und steigt bei der nächsten Haltestelle aus dem Bus. Zu Hause angekommen steckt sie den Schlüssel in das Schloss und der schöne junge Mann kommt ihr in den Sinn. Was er wohl gerade macht? Danach denkt sie nicht weiter darüber nach. In nicht allzu langer Zeit wird sie sich wieder an ihn erinnern.
Nein, nein, nicht noch mehr Ekel. Dieser Ekel überall, mein Herz löst sich mehr und mehr auf. Nur helfen wollte ich doch. Ich glaube, nein ich bin mir sicher, sie macht es absichtlich, wie mit einer Krankheit infiziert sie mich mit ihrem Ekel. Getarnt mit einem falschem Danke, hat sie mir böse ins Gesicht gelacht. Das ist alles mit Absicht.
In wenigen Tagen wird ein junger Mann sich am helllichten Tage vor einen herbeifahrenden Zug werfen. Der Zug wird nicht bremsen können. Der junge Mann wird noch vor Ort sterben.
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